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Musikschulensemble : Generationen bei Musik vereint

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kinder, Jugendliche und Senioren spielen gemeinsam im Musikschulensemble. Neue Mitstreiter willkommen

von
erstellt am 17.Jan.2017 | 07:00 Uhr

Mit einem Weihnachtsgeschenk fing es vor rund drei Jahren an. Heute spielt Hannes Blank die Querflöte nicht nur für sich allein, sondern im Orchester der Kreismusikschule „Johann Matthias Sperger“. Mit seinen 71 Jahren zählt er in dem Ensemble, das sich jetzt den Namen „Musica Mia“ gegeben hat, zu den lebenserfahrenen Mitstreitern. Die Jüngste geht noch zur Grundschule. „Herr Bassarak hat die Gabe, die Stücke jedem Einzelnen auf den Leib zu schreiben“, sagt Astrid Mauck. Die 70-Jährige aus Ludwigslust hatte vor drei Jahren nach 50 Jahren Pause wieder angefangen, Geige zu spielen. „Ich konnte gleich in der Gruppe mitspielen.“

Einfach ist das für Ruprecht Bassarak nicht immer. „Ich versuche, Stimmen so zu vereinfachen oder anzupassen, dass sie auch Schüler auf Anfängerniveau spielen können“, sagt der Ensemble-Leiter, der bei „Musica Mia“ als Dirigent wirkt, von Hause aus Cellist ist. „Ich muss aber Stücke finden, die alle Musiker ansprechen.“ Mit „Aphrodite“ ist er kürzlich bei seinem Orchester abgeblitzt. Jetzt hat er „The Fairy Queen“ von Henry Purcell angeboten. „Es ist ein Traum von mir, dieses Stück mit einem Orchester zu arrangieren“, erklärt Ruprecht Bassarak. Und diesmal kam er bei seinen Mitstreitern an. „Es hat Spaß gemacht“, sagt Astrid Mauck nach der ersten Probe.

Hannes Blank hatte von seiner Frau zu Weihnachten den Schnupperkurs an der Musikschule geschenkt bekommen. „Kurz bevor der Gutschein ablief, habe ich mich tatsächlich aufgerafft“, erzählt der 71-Jährige, der als Sänger und Drummer schon über musikalische Erfahrungen verfügte. Doch seine Wahl fiel auf die Querflöte. „Die Flöte zu spielen, war anfangs gar nicht so einfach“, so der Heiddorfer. „Aber die Orchesterprobe ist immer schön.“

Das findet auch Klara Hahn. Die Grabowerin spielt schon seit ihrem fünften Lebensjahr Cello und gern im Ensemble von Ruprecht Bassarak. „Man kann selbst Ideen einbringen und wird gefordert“, sagt sie. Dass sie gemeinsam mit Senioren spielt, stört die 17-Jährige überhaupt nicht. „Ich finde das schön, weil man von der Lebenserfahrung der Älteren lernen kann.“

„Musica Mia“ ist relativ stiloffen – von Renaissance-Musik bis Rock-Pop. Doch durch die Ausbildung und Berufserfahrung von Ensemble-Leiter Bassarak gibt es doch einen Hang zum sinfonischen Bereich. „Ich fühle mich auch der Ludwigsluster Klassik verpflichtet“, so Ruprecht Bassarak. Und so seien auch Rosetti und Sperger schon gespielt worden. Beim Ludwigsluster Barockfest sorgte die Gruppe mit für den musikalischen Rahmen.

Aber wie das bei Musikschul-Ensembles so ist, muss auch „Musica Mia“ immer wieder Weggänge jugendlicher Künstler kompensieren. „Wir suchen deshalb ständig Musiker, im Moment vor allem Streicher“, sagt Ruprecht Bassarak. „Aber eigentlich alles, was in ein sinfonisches Orchester gehört.“ Wer Interesse hat, kann sich bei der Kreismusikschule (Telefon 03874 / 21285) melden. Orchesterprobe ist jeden Donnerstag.  

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