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Ludwigsluster Tageblatt

17. Dezember 2017 | 15:00 Uhr

Malliss : Generationen-Band erfreute Jubilarin

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Festveranstaltung in der Turnhalle eröffnete gestern die Festwoche zum 50-jährigen Bestehen des Schulstandortes Malliß

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 17:34 Uhr

„Wir träumten von einer großen neuen Schule und Platz für alle. Der Aufbau der Zentralschule dauerte zwölf Jahre, die feierliche Einweihung des Schulneubaus in der Schulstraße 1 in Malliß fand dann am 26. Januar 1964 statt. Ich konnte damals nicht mit dabei sein, weil mein Jüngster damals geboren wurde. Wir hatten eine neue Schule mit 14 großen Räumen und mit gut eingerichteten Fachräumen für Naturwissenschaften. “ Gertraud Schröder erinnert an eine Zeit, die vor 50 Jahren in der Gemeinde Malliß in der Schullandschaft für eine besondere Art von Aufbruchstimmung sorgte, die bis heute anhält und noch von weiteren Generationen von Schülern und Lehrern mit Leben erfüllt wird. Erinnerungen und Episoden, Erfahrungen und Entwicklungen - all das kam gestern beim Festakt zum 50-jährigen Bestehens des Schulstandortes in Malliß zur Sprache. „Das Landbaukombinat hatte den Neubau errichtet, aber rund 8000 Stunden in freiwilliger Arbeit haben die Einwohner des Ortes damals über das Nationale Aufbauwerk (NAW) geleistet, um dieses Werk zu vollenden. Das entspreche einem Wert von 100 000 Mark, wollte man die Aufwendungen in Geld umrechnen.“ Die heute 87-jährige Gertraud Schröder erinnerte vor den rund 80 Festgästen und den Schülern, die sich zu dieser Feierstunde in der geschmückten Turnhalle eingefunden hatten, auch an viele andere Ereignisse, die die Geschichte der heutigen Grundschule und Regionalen Schule Malliß geprägt haben. Da war zum Beispiel die Namensgebung „Wilhelm Pieck“, an der seine Tochter Elli-Winter-Pieck teilnahm, da wurde 1972 die Turnhalle übergeben, die Sportlehrer bauten in Eigenregie den Sportplatz auf. Da erinnerte sich Gertraud Schröder, die einst nach dem Krieg als Aussiedlerin nach Mecklenburg kam und hier in Malliß eine neue Heimat fand, an ihre ersten Schritte als Neulehrerin. „Ich bin nun schon über 26 Jahre Rentnerin, aber ich freue mich, dass ich heute hier dabei sein kann“, sagte sie zu den Teilnehmern der Feststunde, die im Anschluss an die Worte von Gertraud Schröder stehend applaudierten. Rosemarie Quade, die Mallisser Schulleiterin, und Bürgermeisterin Brigitte Gäth dankten ihr mit einem Präsent herzlich für den jahrzehntelangen Einsatz und ihr Engagement als Lehrerin in Malliß, zum Wohl der Schule und als Partnerin und Vertraute der Schüler.


„Wollen alles tun, um den Schulstandort zu erhalten“


„Als Gemeinde können wir uns glücklich schätzen, die Grundschule und die Regionalschule bei uns im Ort zu haben.“, freut sich Bürgermeisterin Gäth. „Wir wollen alles dafür tun, den Schulstandort zu erhalten und wir können festhalten, dass auch im 50. Jahr des Bestehens die beiden Schulen gut aufgestellt und für die Zukunft gerüstet sind.“ Das hört natürlich auch Schulleiterin Rosemarie Quade gern, die sich gemeinsam mit ihren Lehrerkollegen, den Schülern mit ihren Eltern, Schulelternrat und dem Schulförderverein auf die Veranstaltungen in der sich an die Feierstunde anschließenden Festwoche freut. „Allein 300 Gäste haben sich zu unserem Altschülertreffen am Sonnabendabend angemeldet“, zeigte sich die Schulleiterin mit der Resonanz außerordentlich zufrieden. „Unsere Schule wünscht sich im Jubiläumsjahr neue Computer für das Fachkabinett und wir werden sie wohl auch in diesem Jahr erhalten. Dafür ein großer Dank an die Gemeindevertretung“, sagte Rosemarie Qade, die im Jahre 1982 ihre Lehrertätigkeit an der Polytechnischen Oberschule (POS) Malliß aufnahm. Auch sie hat in den zurückliegenden Jahren viel an dieser Schule gemeinsam mit ihrem Kollegium bewegt und erlebt - so änderte sich zum Beispiel mit der Wende nicht nur der Name, sondern auch die Schulart. Grundschule mit verbundener Haupt- und Realschule, die später zur Regionalen Schule wurde. Umrahmt wurden die einzelnen Redebeiträge von musikalischen Darbietungen, so von der Musikschule Fröhlich, die gleich zum Auftakt des Festprogramms Schillers „Ode an die Freude“ auf ihren Akkordeons spielte. Schüler der Regionalen Schule Malliß präsentierten in Wort und Ton ihre ganz besondere Sicht auf den Schulalltag. Eine Premiere der besonderen Art war dann der Auftritt einer Mehrgenerationen-Schülerband, deren Altersspanne von 41 über 25 bis zu 13 Jahren reichte.

Eine Menge zu erzählen hatte auch Bela Schmidt, mit dem SVZ am Rande der Festveranstaltung ins Gespräch kam. „Ich war hier selbst Schüler und zwar von 1963 bis 1973. Ich war damals in der 1. Klasse, und wir zogen dann im Februar 1964 von der Stein-Schule, einer Baracke an der Bahn, an den neuen Standort, wo ich bis zur 10. Klasse blieb“, so der 56-Jährige. „ Seit 1989 bin ich hier wieder Lehrer, unterrichte das Fach AWT. Davor war ich sieben Jahre Berufsschullehrer in Halberstadt. Aber als mein Vater 1988 gestorben war, zog ich in meine Heimat Malliß zurück, und da bot sich die Gelegenheit, hier wieder als Lehrer anzufangen“, ergänzt Bela Schmidt. Und er war nicht nur Lehrer, sondern auch Schulleiter - von 1990 bis 2011. „ Meine erste Klassenlehrerin hieß Brigitte Kunze, sie war dann auch noch einige Jahre meine Kollegin, bis sie dann in den Ruhestand ging.“ Beim gestrigen Festakt war auch Belas Mutter Helga Schmidt mit dabei, die ebenso wie sein Vater Wilhelm den Lehrerberuf ausübte.

Ein prominenter Gast gehörte zu den Gratulanten, der es sich nicht nehmen lassen wollte, beim Jubiläum dabei zu sein. Helmut Holter, früher Minister in der Landesregierung und heute Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke im Landtag, ist als gebürtiger Mallisser hier auch zur Schule gegangen. Und so wie er gestern, werden auch heute beim Altschülertreffen viele Ehemalige ihr Wiedersehen feiern, Erinnerungen austauschen, der Schulzeit nachhängen. Auf dass es in zehn Jahren zum 60. Schuljubiläum einen neuen Grund zum Feiern gibt.

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