Neustadt-Glewe : Genähte Unikate mit gewissem Clou

Nähen ist Entspannung und Leidenschaft zugleich: Anja Marzik und Karoline Biermann (v.l.) setzen darauf, dass all ihre selbstgenähten Sachen Unikate sind.  Fotos: sabrina panknin
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Nähen ist Entspannung und Leidenschaft zugleich: Anja Marzik und Karoline Biermann (v.l.) setzen darauf, dass all ihre selbstgenähten Sachen Unikate sind. Fotos: sabrina panknin

Das machen Anja und Karoline – jetzt präsentieren die beiden sich zum ersten Mal beim Weihnachtsmarkt auf der Burg in Neustadt-Glewe

svz.de von
05. Dezember 2013, 07:00 Uhr

Karoline hat’s von der lieben Omi, Anja von ihrer lieben Tante gelernt und jetzt verbindet die beiden Freundinnen eine Leidenschaft – das Nähen. Die beiden Frauen aus Ludwigslust und Neustadt-Glewe trauen sich dieses Jahr etwas ganz Besonderes: Zum ersten Mal wollen sie beim Weihnachtsmarkt auf der Burg Neustadt-Glewe ihre handgefertigten Stücke anbieten. Nichts ist von der Stange lautet hier das Motto – alles Unikate. Taschen, Mützen – zum Wenden – Portmonees mit dem gewissen Kniff: All das und noch viel mehr bieten Anja und Karoline beim Weihnachtsmarkt an. „Mein Mann Heiko hat auch immer gesagt, warum verkaufst du deine Sachen nicht mal? Er hat mich bestärkt, mit nach Neustadt-Glewe zu gehen“, erzählt die Ludwigslusterin Anja. Bei ihrer Freundin Karoline ist es ähnlich. „Ich habe mich dieses Jahr zum ersten Mal bei der BurgArt in Neustadt-Glewe mit meinen selbstgenähten Sachen präsentiert. Und ich war erstaunt, wie gut die angekommen sind“, erzählt die zweifache junge Mutter.

Streifen, Blumen, Herzen – die unterschiedlichsten Formen kommen hier zum Vorschein. In einer großen Tasche trägt Karoline ihre selbstgenähten Mützen und Loops ins Wohnzimmer von Anja. „Wie weit bist du schon“, fragt Karo. „Ich habe noch eine ganze Menge vor mir“, gibt die junge Mutter aus Ludwigslust zu. Nicht nur mannigfaltige Muster, sondern auch die verschiedensten Stoffe werden verarbeitet. Nadel und Faden bestimmen gegen Abend immer wieder die Freizeit der beiden Mütter. „Wenn die Kinder im Bett sind, dann geht’s ans Nähen“, erzählt Anja, die seit einigen Jahren in Ludwigslust wohnt – ursprünglich kommt sie, wie Karoline, aus Neustadt-Glewe. Neben der Arbeit und den Kindern bleibt oftmals nur noch der Abend zum Nähen. Die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt auf der Burg laufen deshalb auf Hochtouren bei den Freundinnen. „Wenn die Nähmaschine los knattert und rattert – tak, tak, tak – kann ich entspannen. Dann sind die Kinder im Bett und ich kann nähen“, erzählt Karoline, die hauptberuflich als selbstständige Kosmetikerin arbeitet. Angefangen zu nähen hat Karoline, als sie ihre Kinder bekam. „Irgendwann hatte ich so viel Stoff über, dass ich daraus etwas genäht habe“, erklärt die Selbstständige. Bei Anja ist es ein wenig anders. „Ich habe schon immer genäht. Als kleines Mädchen bereits, von da an, als ich Nadel und Faden halten konnte. Für meine Barbies habe ich immer etwas Neues zum Anziehen gemacht“, erinnert die Ludwigslusterin.

In einem dunklen Holzton steht sie an der Wand im Wohnzimmer von Anja. Ein besonderes Stück, ein Stück Kindheit, ein Stück Erinnerung. Es ist eine Singer, eine Tretnähmaschine. Auf so einer hat Anja bei ihrer Tante Nähen gelernt. „Ich wollte unbedingt als erstes eine Hose nähen, das schwerste überhaupt. Doch am Ende des Tages bin ich mit einer weißen Leinenhose nach Hause gegangen“, erzählt die junge Mutter stolz. Auch Karoline kennt die Nähmaschine, denn auf einer solchen hat sie ebenfalls das Nähen gelernt. Doch heute arbeiten die Frauen jeweils auf einer moderneren. Missgeschicke passieren dabei aber dennoch. „Ich hab mir erst letztens mit der Maschine in den Finger genäht. Gott sei Dank hat der Unterfaden nicht gegriffen, das war schon sehr schmerzhaft“, berichtet Karoline von ihrem kleinen Missgeschick. Doch auch Anja kennt kleine Verletzungen vom Nähen: „Wenn ich kleine Dinge an meine Sachen nähe, steche ich mir schon mal in die Fingerkuppe. Das kommt vor.“

Doch letztendlich sind Anja und Karoline schon jahrelange Profis. Denn mittlerweile können sie eigene Schnittmuster anfertigen. Hilfreich dabei ist heute auch das Internet. „Bei YouTube gibt es so viele Anleitungen mittlerweile“, erläutert Anja. Auch die „DOITYU“-Plattformen, die sogenannten „Do it yourself“-Seiten im weltweiten Netz (zu deutsch: mach’ es selbst), helfen. „Doch vor allem ist es der Austausch an den gemeinsamen Nähabenden“, sagt Anja. Früher haben sie noch gestrickt und gehäkelt, doch heute treffen sich die beiden Freundinnen vor allem zum Nähen ihrer außergewöhnlichen Sachen. Denn alles, was mit der Nähmaschine in Ludwigslust wie Neustadt-Glewe von Anja und Karoline hergestellt wird, trägt deren Handschrift. Mützen, Loops, Taschen, Portmonees – alles Einzelstücke, alles Unikate. „Wir machen nichts, das nach Stange aussieht“, verdeutlicht Karoline. Doch mehr wird nicht verraten. Beim Weihnachtsmarkt auf der Burg in Neustadt-Glewe können Besucher selbst erkennen, warum das Nähen für Anja und Karoline nicht nur Entspannung, sondern auch Leidenschaft bedeutet. Denn ihre Unikate, sind Einzelstücke vom ganzen Herzen und mit dem gewissen Clou.

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