zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

12. Dezember 2017 | 07:43 Uhr

Grabow : Gemeinsam gegen Rassismus

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Friedrich-Rohr-Regionalschule erhält Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ von der RAA MV

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2016 | 11:46 Uhr

Mit so einem herausragenden Ergebnis hatten die Schüler und Lehrer der Friedrich-Rohr-Regionalschule in Grabow zunächst nicht gerechnet. 87,8 Prozent stimmten positiv bei der Wahl, ob die Schule sich für den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) MV bewerben soll. Gestern war es nun soweit – die Grabower Schule wurde mit dem deutschlandweiten Titel ausgezeichnet.

Alles beginnt im Frühjahr letzten Jahres, als sich der heute 15-jährige Kim Leon Helbig überlegt, dass seine Schule ein Zeichen für Integration und gegen Rassismus setzen könnte. „Wir hatten im Unterricht ein Projekt mit der RAA, da wurde darüber gesprochen, dass man so einen Titel erarbeiten kann. Da bin ich zu meiner Schulsozialarbeiterin gegangen und habe gesagt ‚Wäre das nicht was für uns?‘ und sie war sehr entschlossen und sagte, dass sie bereits seit fünf Jahren darauf wartet, dass es einen Schüler gibt, der das vorschlägt. Dann ging es richtig los“, erzählte der Schülersprecher. „Ich dachte yippie, endlich ist es soweit und jetzt geht es sofort los. Ich hab da immer drauf gewartet“, sagte Sabine Wendt. Die Schulsozialarbeiterin war bereits in den Jahren davor immer wieder von verschiedenen Kooperationspartnern angesprochen worden, ob sie nicht „Schule ohne Rassismus“ werden wollten. „Auf solche Anfragen antworte ich immer wie ein Mantra: Ich bin nicht Schule.“ Es sei für sie sehr wichtig, dass ein solches Bestreben von den Lehrern, den Eltern oder, wie in diesem Fall, den Schülern selbst komme, erklärte die 46-Jährige. 

Das spiegelt sich auch in der Wahl wieder. Insgesamt 70 Prozent aller direkten Angehörigen der Schule, dazu zählen Schüler, Lehrer, Sozialpädagogen, Sekretärinnen, Hausmeister usw. müssen zustimmen, dass sich die Schule um diesen Titel bewirbt. Ein weiteres Kriterium, um den Titel „Schule ohne Rassissmus “ tragen zu können, ist ein Pate, der die Schule in ihrem integrativen Vorhaben unterstützt.  Das war in diesem Fall der HSV-Jugendfußballtrainer Bastian Reinhardt. Der 40-Jährige war selbst Schüler der Friedrich-Rohr-Schule, damals noch Gymnasium, und sagte sofort Ja, als er gebeten wurde, Pate zu werden. - „Ich finde, dass es ein ganz großartiges Projekt ist, gerade auch, weil es ein sehr wichtiges Projekt ist in einer Zeit, die sehr turbulent ist. In einer Zeit, in der Fremdenfeindlichkeit und Rassismus scheinbar langsam wieder salonfähig werden, ist es wichtig, dem etwas entgegen zu setzen. Da freut es mich eben sehr, dass meine ehemalige Schule auch für so etwas einsteht – für eine Welt ohne Rassismus, für eine Welt mit Courage, Weltoffenheit und Toleranz“, sagte Bastian Reinhardt.

Seit 2007 ist der RAA für die Landeskoordination des Projektes „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ verantwortlich. Insgesamt 40 Schulen sind in Mecklenburg-Vorpommern bereits mit diesem Titel ausgezeichnet wurden. „Die Kernforderung ist ein Bekenntnis zu demokratischen Grundwerten sowie Arbeit im Bereich Menschenrechte und Integration“, sagte Daniel Trepsdorf, der gestern den Titel und die Auszeichnung übergab. „Es ist ein Titel, bei dem nach der Verleihung die eigentliche Arbeit erst anfängt. Es ist eine Aussage, eine Verpflichtung für die Zukunft, die von jeder Schülergeneration aufs Neue umgesetzt werden muss“, so der 39-Jährige.

Auch die Stadt Grabow ist begeistert von dem Engagement der Schüler. Aus diesem Grund teilte Bürgermeister Stefan Sternberg bei der Übergabe gestern mit, dass er der Schule städtische Mittel zukommen lassen würde, um das Projekt finanziell zu unterstützen. „Besser kann man kein Geld anlegen“, so der 31-Jährige.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen