Skaterplatz Ludwigslust : Gemeinsam eine Lösung finden

Zebef-Mitarbeiterin Rita Güldenpennig (Mitte) mit Jugendlichen während des Treffens in der Stadthalle.
Zebef-Mitarbeiterin Rita Güldenpennig (Mitte) mit Jugendlichen während des Treffens in der Stadthalle.

Jugendliche sowie Vertreter aus Stadtverwaltung und der Polizei setzten sich an einen Tisch, um über Verbesserungsvorschläge zu diskutieren

svz.de von
03. Januar 2018, 21:00 Uhr

Der Skaterplatz in Ludwigslust ist für viele Jugendliche und junge Erwachsene wie ein zweites Zuhause. Ein Ort, an dem sie ihre Freunde treffen können. Im Laufe des vergangenen Jahres geriet der Treffpunkt allerdings immer wieder negativ in die Schlagzeilen, vor allem wegen Drogen und Gewalt. Viele Jugendliche wehrten sich gegen die Vorwürfe, der Jugendrat brachte den Skaterplatz auf die Agenda des Kommunalen Planspiels (SVZ berichtete). Kurz vor Weihnachten fand nun ein Treffen aller Beteiligten statt, um gemeinsam über den Treffpunkt an sich und dessen Zukunft zu beraten.

An dem Treffen in der Stadthalle nahmen die Jugendlichen selbst, Mitglieder des Jugendrates, Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des Zebef, Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust, sowie Olaf Schmidt (Fachbereichsleiter Jugend und Familie der Stadt Ludwigslust) teil, der das Treffen moderierte. Im Rahmen einer Diskussion konnten alle Beteiligten ihre persönliche Wahrnehmung darlegen und miteinander ins Gespräch kommen. „Ich war ehrlich überrascht, wie viele Jugendliche da waren. Sie waren alle sehr gut vorbereitet und man hat gemerkt, wie viel ihnen dieser Platz bedeutet. Einige von ihnen sind jeden Tag dort, das war mir vorher gar nicht bewusst“, erklärt Gilbert Küchler. Auch Carolin Heideprien, die zu einer der großen Gruppen auf dem Skaterplatz gehört, fand es gut, dass alle Standpunkte angehört wurden und man gemeinsam an einem Tisch saß. „Alle Ideen, Standpunkte, Ängste und Sorgen wurden notiert und gemeinsam ausgewertet. Das war eine gute Möglichkeit“, erklärt die 20-Jährige aus Ludwigslust. Vor allem Vorschläge und die Eigeninitiative der Beteiligten war gefragt, um den Skaterplatz als Treffpunkt zu erhalten und künftig auch eine breitere Nutzerschaft zu erreichen. „Die Jugendlichen selbst finden die Verschmutzung auf dem Platz ja nicht schön. Deshalb gab es zum Beispiel den Vorschlag, eine gemeinsame Putzaktion zu starten und auch regelmäßig Reinigungsgeräte zur Verfügung zu stellen“, erklärt Olaf Schmidt. Auch die Gruppe um Carolin Heideprien hatte diese Idee schon öfter geäußert. „Schließlich wollen wir unseren Treffpunkt behalten.“

Des Weiteren sind zusätzliche Papierkörbe und Aschenbecher gewünscht, auch teilweise geschlossene Pavillons, um vor Wind und Wetter zu schützen, sind vorstellbar. Außerdem sei ein Heckenschnitt auf der Anlage notwendig. „Damit die Gesellschaft und die Polizeistreife einen besseren Einblick kriegen, also mehr Transparenz gegeben ist“, so Olaf Schmidt. Laut Gilbert Küchler habe sich die Lage auf und um den Skaterplatz in den vergangenen Wochen beruhigt. „Das ist natürlich auch saisonal bedingt. Außerdem verteilen sich viele Jugendliche zunehmend auch auf andere Treffpunkte, zum Beispiel den Caravanstellplatz.“ Der Skaterplatz bleibe weiterhin Bestandteil der Streifenfahrten, sei aber kein polizeilicher Schwerpunkt mehr.

Das nächste Treffen soll noch in diesem Monat stattfinden. Die ausgearbeiteten Vorschläge und Ideen sollten an den entsprechenden Stellen nochmal intern besprochen werden. Carolin Heideprien hingegen ist gespannt, ob es überhaupt zu einem weiteren Treffen kommen wird. „Das erste Treffen war gut und alle saßen mal zusammen. Trotzdem habe ich die Befürchtung, dass sich nichts ändern wird“, so die 20-Jährige. Olaf Schmidt versicherte jedoch, dass die jeweiligen Zielstellungen direkt im neuen Jahr anlaufen sollen.

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