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Wir in Wöbbelin : Wenn „Marina, Marina...“ erklingt

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Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gerlinde Zimmermann ist als Alleinunterhalterin gefragt

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2016 | 07:00 Uhr

„Marina, Marina, Marina...“ Wenn das seit fast 60 Jahren bekannte Lied live in Wöbbelin erklingt, kann man fast sicher sein: Es singt Gerlinde Zimmermann. „Musik ist meine Welt“ sagt die 63-Jährige.

Bis zur Wende arbeitete sie als Technologin im damaligen Fernmeldewerk in Neustadt-Glewe. Später, im Alter von 50 Jahren, beschloss sie, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und wurde Alleinunterhalterin. „Ich hatte schon immer ein Faible für Kinder und Senioren. In jungen Jahren habe ich so unter anderem oft Kinderfeste organisiert. Ich habe mir schon immer viel zugetraut.“ Nachdem sie einen entsprechenden IHK-Lehrgang absolviert hatte, war sie auch in dieser Hinsicht fit für die Selbstständigkeit.

Heute tritt sie mit ihren Unterhaltungsprogrammen vorwiegend bei Veranstaltungen für Senioren auf, ist in Kindergärten und bei Schülern, auch bei der Feuerwehr zu Gast und tritt anlässlich des Frauentages auf. „Mein Programm befasst sich mit Dingen aus dem Alltag, die Lieder sind humoristischer Art“, sagt Gerlinde Zimmermann. Geprobt wird in der Wohnstube. „Dann hole ich meine Box mit der Technik aus dem Keller, dazu Gitarre, Keyboard und Akkordeon.“ Ihr Programm schreibt sie selbst, nutzt dafür Literatur.

Bereits vor Jahren hat Gerlinde Zimmermann die Arbeit an einem besonderen Projekt begonnen. „Ich überlegte mir, wie Vorschulkindern und Grundschülern fremde Kulturen näher gebracht werden können. Es ging dabei auch um Toleranz gegenüber Fremden.“ Ein Thema, das aktueller denn je ist. Und so bringt sie heute Kindern auch die Bildergeschichte „Der fremde Vogel“ nahe. Darin geht es um Toleranz unter Tieren. Illustriert wird die Geschichte von Bildern, die Gerlinde Zimmermanns Neffe gemalt hat, ein Maler und Grafiker. „Die Kinder sollen die Geschichte bewerten und entscheiden, was gut ist“, so Gerlinde Zimmermann, die damit nicht nur in der Region, sondern bis nach Schwerin unterwegs ist.

Auch der Aufarbeitung der Geschichte fühlt sich Gerlinde Zimmermann verpflichtet. Sie arbeitet seit 15 Jahren im Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin mit. Aktuell recherchiert sie, deren Eltern aus dem Sudetenland kamen, für ein Buch über Menschen, die nach dem Krieg vertrieben wurden und in MV eine neue Heimat fanden. Es geht ihr dabei nicht um die große Historie, sondern darum, am Beispiel der Menschen zu zeigen, wie Flucht und Vertreibung entstanden sind, welche Folgen sie für die Betroffenen hatten. Dazu hat Gerlinde Zimmermann acht Personen interviewt.

Was sie sich wünscht? „Dass die Menschen, gerade junge Leute, offen für Neues sind. Auch bei uns im Dorf könnten noch viele Dinge in Angriff genommen werden. Und ich wünsche mir, dass wir alle vernünftig miteinander umgehen.“

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