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Wir in Dömitz : Sägen und pflanzen im ganzen Norden

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Firma Indorf: Vom Ein-Mann-Betrieb zum Arbeitgeber für fast 40 Leute

„Bitte läuten“ steht über der rustikalen Glocke gleich hinter dem Eingang zur Baumschule Indorf. So können sich die Kunden des Heidhofer Gärtnermeisters bei den Mitarbeitern bemerkbar machen, auch wenn diese in einer weit entfernten Ecke der großen Plantage werkeln. Direkt an der L 04 hegen und pflegen Christin und Jens Indorf mit ihrem Team auf rund 14 Hektar Land Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume und deponieren Bauschutt und Gartenabfall. „Es werden so um die 50 000 Pflanzen sein“, sagt Jens Indorf. „Genau gezählt habe ich sie nicht.“

Angefangen hatte es vor rund 22 Jahren viel, viel kleiner. Gleich nach seiner Meisterprüfung machte sich der aus Marienau bei Dahlenburg stammende Gärtnermeister selbstständig, um fortan als Ein-Mann-Betrieb Terrassen, Wege und Flächen zu pflastern und Gärten zu gestalten. „Als der Platz bei den Eltern zum Unterstellen der Pflanzen nicht mehr reichte, machte sich Jens auf die Suche nach einem Grundstück“, erinnert sich Ehefrau Christin. Bei Heidhof wurde er fündig – und mit der Treuhand über den Kauf der ersten zwei Hektar einig. „Lebensbäume und ein paar Ziersträucher waren die ersten Pflanzen, die ich hier in die Erde gebracht habe“, erzählt er. Zu Anfang war er ganz allein, im zweiten Jahr stellte er eine Aushilfskraft ein, zwei Jahre später folgten zwei Mitarbeiter für den Garten- und Landschaftsbau. Schließlich kamen noch Teichbau, Baumpflege und Pflanzungen im öffentlichen Raum hinzu – und immer mehr Mitarbeiter. „Vor drei oder vier Jahren mussten wir uns noch einmal entscheiden, ob wir vergrößern wollen, um bestimmte Aufträge übernehmen zu können, oder ob wir stehen bleiben“, erklärt Christin Indorf. Sie entschieden sich fürs Vergrößern. „Aber bei 40 ist Schluss“, sagt die 43-Jährige, die aus Kaarßen stammt. Diese Zahl ist fast erreicht. Jens Indorf und seine Leute pflanzen, sägen, fällen und schreddern im ganzen Norden – von Cuxhaven bis Usedom, von Frankfurt/Oder bis Magdeburg. An einen Auftrag kann sich der 49-Jährige besonders erinnern. „Wir haben für den Bau der A 26 bei Stade große Flächen gerodet“, so Indorf. „Rund 70 000 Bäume in einem halben Jahr.“

Währenddessen managt Christin Indorf die Baumschule. „Stauden und Erdbeerpflanzen topfen, Bewässerung aufbauen, Bäume und Sträucher schneiden“, zählt die 43-Jährige einige der derzeit anstehenden Arbeiten auf und zückt die Schere, die sie in ihrer Tasche immer dabei hat. „Und dann beginnt auch schon das Unkraut zu wachsen.“

Christin Indorf ist sozusagen Autodidakt, hatte bis vor fünf Jahren bei der Telekom gearbeitet. „Deshalb liegen meine Gartenbücher immer griffbereit“, sagt sie und greift zum klingelnden Telefon. „Da hätten wir Büttners Rote Knorpelkirsche“, erklärt sie dem Anrufer. Und schon hat sie den nächsten Kunden an der Strippe. „Ob wir ,Betty’ haben, weiß ich nicht. Aber wir haben auf jeden Fall spät blühende Magnolien“, sagt sie. Dass Interessenten nach speziellen Sorten fragen, erlebt die Mutter zweier Töchter (8 und 19 Jahre) inzwischen häufiger. „Die Kunden suchen im Internet gezielt nach Sorten, die die gewünschten Eigenschaften haben, und kommen dann zu uns.“  

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