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Wir in Malk Göhren : „Mein Bett steht in Mecklenburg“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Hufschmiedemeister Dirk Helm blieb seiner Heimat immer treu.

von
erstellt am 09.Mai.2016 | 10:00 Uhr

„Jedes Handwerk wird irgendwann Goldstaub sein“, sagt Dirk Helm. Er weiß, wovon er redet. Dirk Helm ist Hufschmiedemeister und betreibt seinen Handwerksbetrieb „Hufeisen Helm“ als staatlich anerkannten Hufbeschlag. 2002 führte der heute 54-Jährige seinen eigenen Handwerksbetrieb und das Geschäft der Eltern zusammen. „Goldstaub deshalb,“, sagt Dirk Helm, „weil viele Gewerke immer rarer werden, eben wie Goldstaub, und es kaum noch Nachwuchs dafür gibt.“

Dirk Helm stammt aus einer Familie, die schon immer selbstständiges Handwerk betrieb. „Opa war Bäckermeister, Vater betrieb zu DDR-Zeiten in Eldena eine Tankstelle“, erzählt Helm. Er selbst war seit 1985 selbstständiger Hufschmiedemeister und hatte in Eldena eine Schlosserei. Zu den „Hauptkunden“ gehörten die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, deren Pferden er die Hufe beschlug.

Doch mit der Wende verschwanden die LPG und mit ihnen die Pferde. Vaters Tankstelle mit der einen Zapfsäule konnte nicht mehr existieren. Die Eltern begannen daraufhin einen Handel mit Hufeisen, zunächst in ihren Garagen. Dirk Helm seinerseits musste auch überlegen, wie es weitergeht. Er hätte mit seiner Ausbildung die Möglichkeit gehabt, im Westen zu arbeiten. „Mein Bett aber stand und steht in Mecklenburg, eine Familie hatte ich auch schon. Ich wollte in der Heimat bleiben, zumal ich eher ein Naturmensch bin – und eine schöne Natur gibt es hier bei uns ja“, so Dirk Helm.

Also blieb er in der Heimat und vereinigte, wie gesagt, 2002 seinen Betrieb mit dem Geschäft der Eltern und baute in Malk Göhren eine alte Scheune um, in die er 2004 mit seinem Unternehmen einzog. An die alte Scheune von einst direkt an der B 191 erinnert heute nichts mehr.

Und so betreibt Dirk Helm mit seiner Ehefrau hier heute einen Fachgroßhandel für Hufbeschläge sowie ein Reitsportgeschäft. Die Kundschaft reicht von Nord- bis Süddeutschland und ins Ausland, beispielsweise nach Island und Ungarn. Doch seinem Handwerk und den Pferden ist Dirk Helm immer noch ganz nahe. „Ein Pferd ist kein toter Gegenstand, man ist mit dem Tier verbunden und hat Vertrauen zueinander“, sagt Dirk Helm.

Es verwundert so nicht, dass sein Vater nach wie vor Pferde züchtet. Sohn René war in seiner Jugend erfolgreicher Springreiter. Und Dirk Helm selbst beschlägt immer noch Pferdehufe. „Bei uns sind stets Pferdewanderer unterwegs. Manche brauchen dann schon unsere Hilfe“, sagt Dirk Helm.

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