Wir in Neustadt-Glewe : Im „unentdeckten Land“

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Lewitz-Ranger Ralf Ottmann über die Reize einer einzigartigen Landschaft

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21. März 2016, 13:52 Uhr

Eine seiner Eigenschaften ist Geduld. Die braucht Ralf Ottmann, wenn er irgendwo in der Lewitz auf Lauer liegt, um mit seiner Kamera seltene Tieraufnahmen zu „schießen“.

Ottmann ist ehrenamtlicher Lewitz-Ranger, Naturführer, Autor und Moderator, wie er sagt. Beliebt sind die von ihm geführten Erlebnistouren durch die einzigartige Landschaft, bei der die Teilnehmer die dortige Tier- und Pflanzenwelt erkunden.

„Die Lewitz war für mich schon immer wie das unentdeckte Land“, sagt der 47-Jährige, der sich als Ur-Neustädter bezeichnet. „Die Landschaft hat mich stets gereizt. Siegfried Kobus, ein ausgezeichneter Ornithologe aus Brenz, hat mich immer auf seine Touren mitgenommen und mir praktisch den positiven Virus eingepflanzt“, so Ralf Ottmann.

Die in kleinen Teilen noch vorhandene Mannigfaltigkeit und Ursprünglichkeit der Waldlewitz, die „kleinen Perlen“, in denen er Ruhe findet – das ist für Ottmann das, was die Lewitz so einzigartig macht.

Umso unverständlicher sei ihm, dass man von politischer Seite aus die Lewitz zwar als besonders schützenswert darstellt, andererseits aber gezögert werde, diesen Schutz auch umzusetzen. „Die Lewitz ist ein europäisches Vogelschutzgebiet. Was fehlt, ist ein Managementplan des Landes, dieses auch umzusetzen“, so Ottmann. „Weil es diesen Plan nicht gibt, verzeichnen wir beispielsweise Rückgänge bei bestimmten Vogelarten in der Lewitz. Eigentlich brüten hier auch keine Weißstörche mehr. Viele Feuchtwiesen mussten Ackerflächen weichen. Das zeigt, dass wir einen Managementplan brauchen, der Landwirtschaft und Naturschutz in Einklang bringt.“

Großen Wert legt Ralf Ottmann übrigens auf die Tatsache, dass er nicht als hauptamtlicher Ranger in der Lewitz tätig ist. „Die Lewitz hat leider keinen Status als Naturpark. Deshalb sind hier auch keine hauptamtlichen Ranger tätig“, sagt er. „Ich sehe mich als Ranger, der das ehrenamtlich macht“, so Ottmann, dessen jüngstes Werk als Autor übrigens ein Reiseführer über die Lewitz und Umgebung ist.

Erneut ins Schwärmen kommt Ralf Ottmann, wenn er über seine Visionen spricht. „In 30 oder 40 Jahren sehe ich die Lewitz als eine Landschaft, die als Naturpark ausgewiesen ist und so entwickelt wurde, dass Mensch und Umwelt hier eine Zukunft haben und in Einklang miteinander existieren.“

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