Wir in Grebs-Niendorf : „Es ist ein Geben und Nehmen“

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Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Grebser Landerzeuger GmbH als wichtiger Arbeitgeber und Partner

svz.de von
23. November 2015, 00:33 Uhr

Als rundherum schon (fast) alles abgeblüht war, leuchtete der Acker am Ortseingang von Grebs noch in Grün, Gelb, Violett, Blau und Rot. Die ortsansässige Landerzeuger GmbH, einer der größten Arbeitgeber in der Gemeinde Grebs-Niendorf, hatte dort verschiedene Zwischenfruchtmischungen in den Boden gebracht. „Uns geht es aber nicht um bunte Blüten, sondern um das Wurzelwerk und die Frage, was es dem Boden bringt“, erklärt der für den Pflanzenbau zuständige Geschäftsführer, Detlef Möller. Jedes Jahr macht das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Saatgutzüchtern solche Anbauversuche mit unterschiedlichen Kulturen. „Ich habe zwar auch ein Faible für Experimente“, gesteht Detlef Möller, „aber hauptsächlich geht es mir darum, die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen.“ Das sei seit Gründung der GmbH, die 1990 aus mehreren LPG entstanden war, durch gute Fruchtfolgen und Zwischenfruchtanbau gelungen.

Die Landerzeuger GmbH bewirtschaftet insgesamt rund 1440 Hektar rund um Grebs, Menkendorf, Karenz und Conow. Raps, Roggen, Weizen, Gerste, Triticale und Mais, Kartoffeln für das Kartoffelwerk in Hagenow und die Stärkefabrik Dallmin, Luzerne, Erbsen und Lupine – die Vielfalt der angebauten Früchte ist groß. „Dadurch haben wir für unsere Leute das ganze Jahr über immer etwas zu tun“, sagt Detlef Möller. Außerdem nimmt das Unternehmen am Programm Vielfältige Kulturen teil. „Da darf keine Kultur auf mehr als 30 Prozent der Fläche angebaut werden“, so der 55-jährige Karenzer.

Die Tierproduktion, zu der 240 Milchkühe und 700 Sauen mit Ferkeln gehören, die auf ein Zielgewicht von 25 Kilogramm gebracht werden, bereitet den Landerzeugern derzeit Kopfschmerzen. „Für die Milch bekommen wir momentan 24 bis 25 Cent pro Liter“, erklärt Rüdiger Thee, Geschäftsführer Tierproduktion. „Nur um die Hauptkosten decken zu können, müssten es zehn bis zwölf Cent mehr sein. Wenn man Gewinn machen möchte, wäre noch mehr nötig.“ Und auch für die Läufer gibt es derzeit zu wenig Geld. „Der Erlösausfall ist etwa genauso groß wie bei der Milch.“ Hauptübel sei einfach, dass zu viel auf dem Markt ist.

In der Gemeinde fühlen sich die Landerzeuger akzeptiert – und mit ihr verbunden. Immerhin leben rund 95 Prozent der 27 Mitarbeiter in Grebs und den Dörfern rundherum. Darunter mehrere Einheimische, die nach vielen Jahren auf dem Bau in und um Hamburg die Landwirtschaft in der Heimat vorzogen. „Uns ist der Generationswechsel bereits gelungen“, sagt Detlef Möller. Für den Nachwuchs hat die GmbH dabei zum Teil selbst gesorgt – mit eigenen Lehrlingen, die nach der Ausbildung übernommen wurden.

Grebser Landerzeuger, Niendorfer Landerzeuger und andere Betriebe sind nicht nur wichtige Arbeitgeber und Steuerzahler, sondern auch Partner der Gemeinde. „Wenn wir ein Anliegen haben, können wir uns jederzeit an sie wenden“, sagt Bürgermeister Detlef Schranck. Ob ein Landweg gehobelt oder Laub abtransportiert werden müsse – die Landwirte helfen. Auch wenn für eine dörfliche Jahrfeier mal eine Halle benötigt wird, ergänzt Detlef Möller. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist sehr gut. Es ist ein Geben und Nehmen.“

 

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