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Wir in Vielank : Bäcker in der vierten Generation

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Carsten Voigt führt in Vielank den Betrieb seines Vaters weiter

von
erstellt am 18.Okt.2015 | 19:14 Uhr

Das Bäckerhandwerk ist nichts für Langschläfer. Schon nachts um 3 Uhr geht Carsten Voigt in seine Backstube in der Vielanker Straße der Freundschaft, damit die Regale im Laden und in den beiden Verkaufswagen am Morgen mit frischen Brötchen, Brot und Kuchen gefüllt sind. Für das Sonnabendgeschäft fängt er sogar schon am Vorabend gegen 22 Uhr an – „damit meine Mitarbeiterinnen mit den Touren früher fertig sind“, sagt der 36-Jährige.

Aber Carsten Voigt hat gewusst, worauf er sich einlässt. „Ich bin in der Backstube großgeworden“, sagt er mit Blick auf das väterliche Handwerk. 1983 hatten seine Eltern die Bäckerei in Vielank gekauft und waren von Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, in die Griese Gegend gezogen. Mutter Sabine ergänzt jedoch schnell: „Wir haben unsere Kinder aber nie als Arbeitskräfte für die Backstube benutzt.“ Vielleicht war das genau die richtige Strategie, um den Nachwuchs für den Beruf des Vaters zu interessieren. Jedenfalls sind beide Söhne Bäcker geworden.

Dass Carsten irgendwann die Backstube übernehmen würde, stand jedoch nicht immer fest. Im Gegenteil. Während seiner Dienstzeit bei der Bundeswehr hatte er das Angebot bekommen, dort als Ausbilder anzufangen. Die Entscheidung fiel ihm nicht leicht. „Aber die Backstube zog dann doch mehr und die Chance, eine Familientradition in vierter Generation fortzusetzen“, erzählt Carsten Voigt. „Und außerdem hat es mich nie von zu Hause weggetrieben“, gesteht er. Selbst jetzt teilen sich er und seine Frau mit den Eltern nicht nur das Haus, sondern auch ein Auto und ein Boot.

Carsten kehrte also nach Vielank zurück. Weil damals aber auch sein Bruder noch mit in der väterlichen Backstube arbeitete, war Carsten oft mit dem Verkaufswagen unterwegs. „Eine schöne Zeit. Ich habe es geliebt“, sagt der 36-Jährige, dessen regionale Herkunft noch immer unüberhörbar ist. „Man erlebt und erfährt viel und ist vor allem für viele ältere Menschen ein wichtiger Gesprächspartner.“ Aber irgendwann wurde er dann doch in der Backstube gebraucht, und vor knapp drei Jahren übernahm er den Betrieb dann ganz von seinem Vater. „Es war gar nicht so einfach, von einer Bank das Geld dafür zu bekommen“, erinnert sich Carsten Voigt, der schon 2008 seinen Meister gemacht hatte. Bäcker auf dem Lande? Da hätten die meisten abgewunken. Bei der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin habe es dann zum Glück geklappt, so der Vielanker. Und auch das Landesförderinstitut sei eine große Hilfe gewesen.

Nun backt Carsten Voigt als eigener Herr Brötchen, Mischbrot, die beliebte „Vielanker Bierstange“, Zuckerkuchen und zur Weihnachtszeit Erzgebirgischen Stollen und Früchtestollen. Seine Mutter hilft als eine von derzeit sechs Angestellten mit. Sein Vater hat sich komplett ausgeklinkt. „Aber ich kann ihn jederzeit fragen“, so der Junior.

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