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Wir in Neu Kaliß : Alle unter einem Dach

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Begegnungszentrum ist Treff für Kinder, mittleres Alter und Senioren / Gemeinde leistet sich freiwillige Aufgaben

von
erstellt am 12.Apr.2016 | 09:43 Uhr

Mehr Generationen kann man nicht unter einem Dach vereinen. Nach den Jugendlichen, den Handarbeitsfrauen, den Kartenspielern und den Senioren haben im Informations- und Begegnungszentrum (IBZ) nun auch die allerjüngsten Bewohner der Gemeinde Neu Kaliß ein Plätzchen gefunden. Mittwochs ab 10 Uhr treffen sie sich – natürlich begleitet von Mama oder Papa – in der Krabbelgruppe. „In Dannenberg gibt es so viele Angebote für Schwangere und junge Mütter, aber dafür muss man immer erst einmal ins Auto steigen und 20 Minuten lang fahren“, sagt Caroline Helm. Die Kalisser Grundschullehrerin, die seit vergangenem Herbst in der Babypause ist, hatte die Krabbelgruppe ins Leben gerufen.

Schon beim ersten Treffen wurde klar, dass der eigentlich vorgesehene Raum zu klein ist. Neun Mütter und ein Vater waren mit ihren Babys im Alter zwischen acht Wochen und neun Monaten zum IBZ gekommen. Kurzerhand wurden die Decken im großen Raum ausgebreitet, den sonst der Jugendclub nutzt. „Es ist doch schön, wenn die Kleinen mal Gleichaltrige treffen und sich untereinander kennenlernen“, meint Anika Paetow aus Neu Kaliß, die mit ihrer neunmonatigen Tochter dabei war. „Wenn dann die Krippenzeit beginnt, kennen sich die Kinder und die Eltern schon.“

Im IBZ befanden sich früher Büros des Landtechnischen Anlagenbaus und im Obergeschoss Wohnungen. Nach der Wende hatte die Gemeinde das Gebäude übernommen und vor rund sieben Jahren energetisch saniert. Jetzt bietet es Platz für einen rund 200 Quadratmeter großen Jugendklub, für einen Kraftraum, einen Gemeinschaftsraum und mehr. Die Bewohner der Gemeinde können die Räume kostenlos nutzen. „Wir wollten einen Ort haben, an dem sich junge und ältere Menschen unter einem Dach treffen können“, sagt Bürgermeister Burkhard Thees. Und weil die Gemeinde das Haus und die Jugendlichen dann auch betreut wissen wollte, wurde Karin Koch als Leiterin des Klubs und des Regionalmuseums sowie als gemeindliche Organisatorin eingestellt. „Das bringt uns sehr viel“, sagt Burkhard Thees.

Das Begegnungszentrum ist nicht die einzige freiwillige Aufgabe, die sich die Gemeinde leisten will und kann. Auch die Vereinsarbeit wird unterstützt, unter anderem drei Sportanlagen unterhalten. Es gibt den Sportverein, den Neu-Kalisser Carneval-Club, Angler, Geflügelzüchter, den Verein „Wald und Bildung“, die Feuerwehren, die Volkssolidarität… „Wir wollen eine gute Infrastruktur bieten, damit sich die Einwohner wohlfühlen und bleiben und neue hinzukommen“, sagt der Bürgermeister. „Damit helfen wir auch bei der Fachkräftesicherung für die Unternehmen.“ Auf der anderen Seite ist die Gemeinde nur dank der Steuereinnahmen aus dem Gewerbegebiet und von den vielen kleinen Handwerksbetrieben in der Lage, mehr als ihre Pflichtaufgaben zu finanzieren. Die Zahlen geben den Kalissern Recht: 2014/15 konnten insgesamt 291 Zuzüge registriert werden.

 

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