Wir in Bresegard (bei Eldena) : Alle Jahre wieder

Nur eine Spalte auf Friedrich Güritz Tafel ist leer.
Nur eine Spalte auf Friedrich Güritz Tafel ist leer.

Bresegards Storcheneltern erwarten schon die Ankunft ihrer geflügelten Nachbarn

svz.de von
10. März 2016, 10:41 Uhr

Seit nun mehr zehn Jahren sind Ingrid und Friedrich Güritz Bresegards Storcheneltern. Angefangen hat alles beim Frühstück vor zehn Jahren auf der Terrasse, als das Ehepaar zwei Störche bei sich entdeckten, die scheinbar auf der Suche nach einem Nistplatz waren. Daraufhin holten sich die beiden Rentner einen Baum aus ihrem eigenen Wald, bauten ein provisorisches Nest und stellten beides im Februar 2007 in ihrem Garten auf. „Dann kamen auch so genannte Fachleute, die glaubten, was davon zu kennen und sagten dann gleich ’Das wird nie was’. Wir hätten da Pferdemist rein machen müssen und so dicht am Spielplatz, ginge das sowieso nicht“, erzählte Friedrich Güritz. Doch entgegen aller Zweifler, sollte das Ehepaar Güritz für seine Bemühungen belohnt werden. „Am 28. April kamen dann die ersten Störche zur Bauabnahme“, erinnert sich der Storchenpate mit einem Lächeln.

Zwischendurch musste der Mast, der das Storchennest trägt, erneuert werden. „Der Stamm war einfach schon zu morsch“, sagte Ingrid Güritz. Dafür sei ein neuer stabiler Mast von der Wemag aufgestellt wurden, erzählen sie. Doch seitdem der erste Mast im Jahr 2007 aufgestellt wurde, seien in jedem Jahr Störche gekommen und hätten Nachwuchs gezeugt.

Wie viele Jungstörche es pro Jahr gibt, verzeichnet Friedrich Güritz auf einer Tafel, die in der Nähe seines Storchennestes steht. Gezählt werden jedoch nicht die geschlüpften Störche, sondern lediglich die, die am Ende auch tatsächlich aus dem Nest geflogen sind. „Je nachdem wie die Futtersituation ist und so, werden einige Junge auch aus dem Nest geworfen, um die Art zu erhalten“, erklärt Friedrich Güritz.

Dabei erinnert sich Friedrich Güritz an einen besonderen Vorfall. „Ein Mal habe ich gerade den Haushalt gemacht und als ich aus dem Küchenfenster sehe, sehe ich wie einer der Jungstörche aus dem Nest fällt“, erinnert sich Friedrich Güritz. Der kleine Storch hatte jedoch Glück, denn zur Stabilisierung seines ersten Mastes, hatte der Rentner Sand und Kompost darum gepackt, auf dem zu diesem Zeitpunkt ein Mohnbeet blühte. Darin landete das Junge und wurde schließlich von Friedrich Güritz auf den Storchenhof nach Lohburg gebracht. Seitdem spannt er in jedem Jahr ein vier Mal vier Meter großes Netz um den 13 Meter hohen Zaun, um die ungewollten und herausgeworfenen Storchenjungen zu retten.

Allerdings gibt es auch traurige Geschichten, die das Ehepaar Güritz in den zehn Jahren als Storcheneltern erlebt haben. Die Spalte auf der Jungstorchentafel im Jahr 2010 beispielsweise ist leer. „In dem Jahr ist der Altstorch verstorben und die Jungen haben es nicht geschafft“, erinnert sich Friedrich Güritz. „Das Kuriose daran war, dass der andere Altstorch trotzdem sein Programm durchgezogen und mit den Flügeln gewackelt hat, als wolle er den Jungen das Fliegen beibringen“, ergänzt Ingrid Güritz.

Über die Jahre hat das Ehepaar Güritz schon so einige bemerkenswerte Dinge mit Störchen erlebt. „In dem einen Jahr zum Beispiel hat einer der Altstörche keine Lust mehr auf seine Familie gehabt. Der ist einfach abgehauen und dann zu seiner neuen Familie in einer anderen Gemeinde geflogen“, erzählte Friedrich Güritz. Allgemein würden Störche sich in vielerlei Hinsicht wie die Menschen verhalten. Deshalb geben die Rentner den Störchen auch kein Futter. „Wenn die einmal sehen ’Ah da bekomme ich was umsonst’ werden die faul und suchen kein eigenes Futter mehr“, sagt der Storchenpapa lachend.

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