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Neustadt-Glewe : Gemälde erzählten Geschichte(n)

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Restaurator Andreas Volkmar war gefragter Mann zum Museumstag auf der Burg in Neustadt-Glewe

Um es gleich vorwegzunehmen: Es war kein Rembrandt und auch kein van Gogh darunter. Und doch waren die großen und kleinen Gemälde, die die mehr als 30 Besucher gut verpackt zum Museumstag auf die Neustädter Burg mitbrachten, zumeist persönliche kleine Schätze. Darin auf jeden Fall bestärkte sie Diplomrestaurator Andreas Volkmar, der sich auf Einladung von Museumsleiterin Britta Kley jedes der Bilder zusammen mit seinen Besitzern näher ansah und allen wertvolle Ratschläge gab, wie man die Lebensdauer solcher Kunstwerke an den heimatlichen vier Wänden noch recht lange erhalten kann.

So mögen Bilder zwar Sonnenlicht, um gesehen zu werden, aber vertrügen auf gar keinen Fall direkte „Sonnenbestrahlung“. Feinde der Bilder seien ebenso Zugluft und starke Klimaschwankungen im Raum, „Die Leinwand bzw. das Holz oder die Presspappe, auf die die Farbe aufgetragen wurde, arbeiten ständig, dehnen sich bei Feuchte aus und ziehen sich bei Hitze zusammen. Das führt auf Dauer zu Rissen im Bild. Deshalb sollte man seine Gemälde beispielsweise keiner direkten Sonnenstrahlen aussetzen und nie über Heizkörpern aufhängen“, legte der Restaurator den Gästen ans Herz.

Ans Herz gewachsen, das konnte er schnell ausmachen an diesem Nachmittag, waren den Besitzern viele ihrer Gemälde, nicht nur weil sie schön anzusehen, sondern auch weil sie zumeist von Eltern, Groß- bzw. Urgroßeltern und anderen Altvordern geerbt waren und dadurch schon einen großen persönlichen Wert haben.

So beispielsweise die Bilder von Monika und Egon Pautz aus Grabow. Gemeinsam mit dem Restaurator und anderen interessierten Besuchern gingen sie auf die Suche nach Spuren über deren Geschichte. So konnte bei einem Bild auf der Rückseite die in altdeutscher Schrift erhaltene „Botschaft“ vom Drachenfels am Rhein ausgemacht werden. Dass ihr Gemälde vom Grabower Rathaus, auch um die Jahrhundertwende entstanden, starke Rauchspuren aufwies und schon recht vergilbt wirkte, war schnell von den Besitzern aufgeklärt: Die Mutter von Monika Pautz hatte es als Wirtin einst viele Jahre in der Grabower Bahnhofsgaststätte hängen. Zuvor soll es schon einen Platz an den Wänden im Parkhaus gehabt haben, wussten die beiden Grabower zu berichten.

Anhand vieler Bilder zeigte der Restaurator, dass jedes Gemälde im Zusammenhang mit seinem Rahmen zu betrachten ist und dieser ebenso einer behutsamen Pflege bedarf. Viele Gemäldebesitzer – so auch die aus der Landeshauptstadt angereisten Pikruls und Rainer Liebeskind mit Sieglinde Wagner – waren dem Restaurator dankbar für die ganz konkreten Pflegeratschläge bzw. Restaurierungsempfehlungen.

Der 85-jährige Werner Niemann aus Neustadt-Glewe hatte die kleinsten Kunstwerke mitgebracht – zwei Ikonenbilder, die offenbar zum Kriegsende 1945 schon die gewiss beschwerliche, weite Reise aus Russland hinter sich hatten. Niemann berichtete, wie sie in seinen Besitz kamen und seit Jahrzehnten ihren Platz in seinem Wohnzimmer haben.

Alles in allem waren an diesem Nachmittag nicht nur die Besucher überaus zufrieden mit ihrem „Bilderausflug“ auf die Burg.

Auch Britta Kley, der Verantwortlichen für Burg, Museum und Stadtinfo in Neustadt-Glewe, war anzumerken, dass es sie freute, dass ihre Idee, zum Internationalen Museumstag 2015 wieder etwas Regionales auf die Beine zu stellen, auf so große Resonanz stieß. Dass weitere rund 50 Besucher an diesem Tag im Museum waren, sei nicht nur am Rande erwähnt.







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