Ludwigslust-Parchim : Geld für warmes Essen und Musik

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Leistungen aus Bildungs- und Teilhabepaket im ersten Halbjahr für knapp 3100 Kinder beantragt / Bildungskarte vereinfacht Verfahren

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23. Juli 2014, 07:00 Uhr

Das Bildungskonto mit Guthabenkarte feiert „Geburtstag“. Vor einem Jahr hatte es der Landkreis Ludwigslust-Parchim eingeführt, um den Zugang zu Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder aus sozial schwachen Familien zu erleichtern. Bis dahin waren nur für einen Teil der anspruchsberechtigten Mädchen und Jungen Zuschüsse zu Musikunterricht, Vereinsmitgliedschaft, Mittagessen in der Schule, Nachhilfeunterricht und mehr abgerufen worden. Den Anteil zu steigern, war das erklärte Ziel – dem man anscheinend nähergekommen ist.

„Im vergangenen Jahr haben von den geschätzt 7500 Anspruchsberechtigten 3809 einen Antrag auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket gestellt“, erklärt Daniela Dabers vom Fachdienst Soziales des Landkreises. „In diesem Jahr haben bereits bis Ende Juni 3072 einen Antrag gestellt.“ Die Bildungskarte – 1286 sind derzeit im Umlauf – hat möglicherweise nicht unerheblich zur Erhöhung der Zahl beigetragen, weil sie die Inanspruchnahme von Leistungen deutlich vereinfacht hat.

Zunächst müssen die Eltern anspruchsberechtigter Kinder einen Antrag an ihr Jobcenter oder den Landkreis stellen (siehe nebenstehenden Infokasten). „Die Anträge kann man bei uns im Fachdienst Soziales und in unseren Bürgerbüros abholen oder aus dem Internet herunterladen“, erklärt Daniela Dabers. Zum Download gelangt man über die Internetseite des Landkreises (www.kreis-lup.de – Service – Verwaltungswegweiser – Soziales – Bildungs- und Teilhabepaket). Wird die beantragte Leistung gewährt, lädt das Amt das entsprechende Guthaben auf die Bildungskarte. Mit dieser Karte geht man zum Sportverein, zur Musikschule oder zum Nachhilfeinstitut und lässt den Mitgliedsbeitrag oder die Kursgebühr abbuchen. Wie viel Geld in den einzelnen Teilbereichen noch zur Verfügung steht, können die Nutzer im Internet unter www.but-karte.de abrufen. Dort sind auch die Anbieter aufgelistet, die an dem Verfahren teilnehmen.

„Noch machen nicht alle Anbieter bei der Bildungskarte mit und einigen kleinen wird es auch künftig nicht zumutbar sein“, so Daniela Dabers. „Aber wir bemühen uns, möglichst viele Anbieter dafür zu gewinnen, fahren auch zu ihnen raus, um das Verfahren zu erläutern und am Computer zu zeigen.“ Vereine und Institute, die nicht registriert sind, müssen die Kosten einzeln abrechnen.

Bislang können über die Bildungskarte nur Lernförderung, Teilhabe an sozialen, sportlichen und kulturellen Aktivitäten abgerechnet werden. Die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung soll jetzt schrittweise hinzukommen. „Bei zwei Essensanbietern haben wir jetzt angefangen, das Verfahren auf die Bildungskarte umzustellen“, sagt Daniela Dabers. „Bis Mai kommenden Jahres sollen alle anderen folgen. Das wird eine weitere Erleichterung für alle Beteiligten.“

Ab Anfang 2015 soll zudem die Abrechnung des Essengeldes bei einem Amt zusammengeführt werden. Bislang bekamen Eltern von Kita-Kindern den geforderten Eigenanteil, der nach dem Zuschuss aus dem Bildungspaket verbleibt, vom Jugendamt erstattet. Sie bekamen also Geld von zwei Ämtern und mussten dafür auch zwei Anträge stellen.

Auch für Nachhilfeunterricht kann es Zuschüsse aus dem Bildungs- und Teilhabepaket geben – „bislang aber leider nur, wenn der Schüler versetzungsgefährdet ist oder der Schulabschluss in Gefahr ist“, erläutert Daniela Dabers. „Also wenn auf dem Zeugnis eine fünf oder sechs steht.“ Sie hofft, dass die Vorschriften in diesem Punkt geändert werden, damit die Lernförderung früher greifen kann.

Wenn alle erforderlichen Unterlagen und Nachweise vorliegen und kein weiterer Klärungsbedarf besteht, würden die Anträge innerhalb von zwei Wochen bearbeitet, betont Daniela Dabers.




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