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Niendorfer Mutter opfert sich für ihre behinderte Tochter auf : Geld für barrierefreies Bad fehlt

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Ein barrierefreies Badezimmer ist dringend erforderlich. Das große Manko: Das Geld dafür fehlt. Die Niendorferin Viola Käming lebt mit ihrer Tochter seit Jahren am Existenzminimum, erhält auch keinen Kredit von Banken.

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2012 | 10:02 Uhr

Niendorf a.d. Rögnitz | Ein barrierefreies Badezimmer ist dringend erforderlich. Das große Manko dabei: Das Geld dafür fehlt, und es besteht wohl auch keine Aussicht auf solch eine Finanzspritze, wenn Fremde nicht helfen. Die Niendorferin Viola Käming lebt mit ihrer Tochter seit Jahren am Existenzminimum, erhält damit auch keinen Kredit von Banken.

In diesem traurigen Dilemma befindet sich die 51-jährige Niendorferin und ihre schwer körperlich behinderte Tochter Sandra. Das unzertrennliche Duo lässt den Mut jedoch nicht sinken. Zu viel Gutes auf dem Wege des Genesens der einstigen Koma-Patientin ist in den vergangenen Monaten passiert. Mutter und Tochter hoffen auf Hilfe und Nächstenliebe; deshalb wendet sich das Paar erneut an die SVZ.

Die gesundheitlichen Lebensumstände von Tochter Sandra haben sich seit dem ersten SVZ-Besuch im Spätsommer des vergangenen Jahres (SVZ-Ausgabe vom 2. September 2011) bemerkenswert positiv entwickelt. Die heute 26-Jährige war im Jahre 2008 aus noch nicht geklärten Umständen im Verlauf einer Aussprache mit ihrem Ex-Lebenspartner in dessen Wohnung lebensbedrohlich zu Schaden gekommen. Ärzte hatten sie sogar medizinisch aufgegeben. Ihre Mutter setzte dann durch, dass ihre Tochter die Chance auf Leben und Genesung erhielt.

Für Umbau und Einrichtung sind ca. 25 000 Euro nötig

Es folgte ein Leidensweg durch Kliniken, der endgültig in positive Bahnen lief, als Viola Käming ihre körperlich und seelisch am Boden liegende Tochter zu sich nach Hause holte und pflegte - mit zunehmendem Erfolg. Mittlerweile kann sich die rund um die Uhr betreute Sandra mit einer Gehilfe einige Meter auf einer Gehhilfe durchs Haus bewegen. Noch im vergangenen September musste die junge Frau mit fremder Körperkraft und Hilfe bewegt werden.

Bislang gibt es keine Aussichten auf die erforderlichen ca. 25 000 Euro. Diese Summe ist vonnöten, um den Umbau im Haus und die Einrichtung des den Behinderungen von Sandra angepassten Handicaps zu realisieren, so die Informationen von Viola Käming nach fachlich fundierten Kalkulationen. Doch die besorgte Mutter ist überzeugt, dass sich auch diesmal eine Lösung finden wird.

Der finanzielle Grundstock ist bereits gelegt, freut sich Viola Käming über die Zusage der AOK-Krankenkasse. Ihr liegt die Information über 2500 Euro vor; allerdings sei kein weiterer AOK-Euro mehr möglich. Viola Käming fragte bei Hilfsorganisationen, wie beispielsweise beim "Weissen Ring" nach. Die, wie andere Hilfseinrichtungen konnten in ihren Statuten nicht den nötigen Grund für eine finanzielle Unterstützung finden. "Es war zum Verzweifeln, einer Absage folgte bislang immer die nächste", klagt die Frau, die um sich und ihre Tochter finanziell über den Monat zu bringen, zusätzlich einen Minijob bei der Gemeinde Grebs-Niendorf angenommen hat.

Die materielle Not und ihr unbedingter Wille, der Tochter die immer wieder auftretenden Muskellähmungen zu verringern, ihr das ungehemmte Sprechen wieder zu ermöglichen und das immer noch beherrschende Trauma des verhängnisvollen Zusammentreffens in dieser Nacht aus ihrer Psyche zu löschen, das führte zu neuen Überlegungen bei Viola Käming.

Die Niendorferin würde sich über jegliche Hilfe freuen. Vorstellbar wäre eine Unterstützung durch Menschen, die die notwendigen Umbauarbeiten für ein barrierefreies Bad planen, die die baubehördliche Zeichnung erstellen oder vielleicht sogar bei den Ausführungen den Kämings hilfreich unter die Arme greifen könnten.

Tochter Sandra glaubt fest an ihre vollständige Genesung

"Wichtig wäre es für uns, wenn es gelingen könnte, die Hilfen so unter einem gemeinsamen Hut zu bekommen, dass das alles schnell und ohne großen Aufwand geschafft werden könnte. Meine Sandra macht große Fortschritte. Sie selbst ist mittlerweile davon überzeugt, dass sie es aus eigener Kraft mit den bereits angewandten Therapien schaffen kann, vollständig zu genesen", wünscht sich auch Viola Käming dieses Ziel.

Mit dem neuen Badezimmer wird auch Viola Käming und die Betreuerinnen, die immer dann für Sandra da sind, wenn ihre Mutter arbeiten muss, entscheidend entlastet. Das Badezimmer, das derzeit noch genutzt wird, ist viel zu eng für zwei Personen und für eine geeignete Gehhilfe. Durch den Umbau wäre es zudem möglich, für Sandra ein Zimmer mit direktem Zugang zum Bad einzurichten. Dann könnte die Behinderte bei weiter voranschreitender Besserung der gesundheitlichen Situation diese Wegstrecke selbst bewältigen.

Bis dahin hoffen Viola Käming und Tochter Sandra auf die Hilfe von Menschen, die diesen Wunsch so günstig wie möglich auf den Weg bringen möchten. "Es ist sicherlich ein frommer Wunsch, doch er kann sich erfüllen."

Wer Viola und Sandra Käming aus Niendorf helfen möchte, kann bei ihnen anrufen: 03 87 50 - 2 18 82.

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