Ludwigslust : Gelbe Müllhalde sorgt für Ängste und Ärger

Mieter und Anwohner in der Rudolf-Tarnow-Straße schimpfen wie Rohrspatzen über die nicht ausreichenden Sammelbehältnisse für Gelbe Säcke, deren Inhalt oft übel riecht. Harald Schulz
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Mieter und Anwohner in der Rudolf-Tarnow-Straße schimpfen wie Rohrspatzen über die nicht ausreichenden Sammelbehältnisse für Gelbe Säcke, deren Inhalt oft übel riecht. Harald Schulz

Angst und Ärger: Gelbe Säcke quillen schon bald nach der Leerung wieder aus einer einzigen Gelben Tonne in der Rudolf-Tarnow-Straße 41 in Ludwigslust. Ungeziefer wird angezogen.

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03. September 2012, 07:17 Uhr

Ludwigslust | Irgendwann läuft das Fass über und dann muss etwas unternommen werden, macht Mieterin Margrit Schwaß aus der Ludwigsluster Rudolf-Tarnow-Straße 41 ihrem Unmut Luft. Seit Jahr und Tag muss für alle Mieter im Wohnblock nur eine einzige Sammeltonne für Gelbe Säcke reichen. Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens, ärgert es die Mieterin. Immer donnerstags in den Nachmittagsstunden wird der Container geleert. Und nach Aussage von Margrit Schwaß quillt der Container bereits in den darauf folgenden Tagen vor Gelben Säcken wieder über.

Der Umstand, dass sich an der Sammelstelle immer wieder Berge von Gelben Säcken auftürmen, sei die eine ärgerliche Tatsache, so die Beschwerdeführerin. Schlimmer aber noch ist die zweite Tatsache, dass im Inneren der hauchdünnen Einwegsäcke auch solche Dinge lagern, die da überhaupt nicht hin-eingehören, beklagt die aufmerksame Bürgerin. Beispielsweise finden sich immer wieder benutzte Babywindeln an, die jedoch erst dann zum Vorschein kommen, wenn der Sack reißt oder eingerissen wird.

Die Überreste von entsorgten Joghurtbecher üben schon bei angenehm warmen Temperaturen eine magische Anziehungskraft nicht nur auf Igel, Elster und Katze aus, sondern auch Fliegen und Wespen bevölkern die Tonne. Auch anderes Getier ist dort sicherlich zu nächtlicher Stunde auf der Suche nach Fressbarem, will Margrit Schwaß damit auch das Thema Nager und das Ungeziefer ansprechen.

So ganz abwägig ist dieser Gedanke nicht, denn bereits gestern quoll die Gelbe Tonne bereits wieder über, Beutel lagen daneben, aus denen es entsprechend roch. Zwei Frauen aus der Nachbarschaft passierten vom Einkauf auf dem Heimweg diesen Ort deutlich schneller. Auch sie schimpften gestern gegenüber der SVZ wie die Rohrspatzen, dass "es hier fast immer ganz schlimm aussieht und riecht". Es gebe bessere Lösungen, wie beispielsweise im Grünen Weg. Dort hätten die Mieter Schlüssel für den umzäunten Bereich der Abfallentsorgung.

Das sei seit einer Woche durchaus richtig, antwortet die zuständige Hausverwalterin der Ludwigsluster Vewoba-Wohnungsbaugesellschaft, Vera Mischinger, auf Anfrage der SVZ. Dort allerdings hätten sich zwei Mieter bereit erklärt, den gesicherten Bereich zu betreuen, also für die Entsorgungsunternehmen auf- bzw. abzuschließen. Jeder andere Mieter besitze einen Schlüssel für den Bereich. "Wenn sich jemand auch für einen anderen unserer Wohnkomplexe findet, dann steht die Vewoba dem nicht im Wege", würde dies die Hausverwalterin freuen. Aber noch ist es eben so, dass Eigentümer von Gelben Säcken anonym bleiben. Der Platz am Wohnblock werde immer freitags gereinigt. Eine zweite Gelbe Tonne werde es dort sicherlich nicht geben, meinte Vera Mischinger. Der Landkreis habe auf ihre Anfrage hin abgewunken.

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