ludwigslust : Gehwege unter der Lupe

Stolperfallen, wie hier in der Neuen Torstraße, werden von Margrit Bärenwald (li.) und Sabine Lemcke mit Zollstock und Fotoapparat dokumentiert.
Stolperfallen, wie hier in der Neuen Torstraße, werden von Margrit Bärenwald (li.) und Sabine Lemcke mit Zollstock und Fotoapparat dokumentiert.

Für mehr Barrierefreiheit im Stadtgebiet: Mit Zollstock und Fotoapparat dokumentieren Senioren Zustand der Fußgängerwege

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10. Februar 2018, 05:00 Uhr

Versperrte Gehwege, von Wurzeln zerstörtes Pflaster oder fehlende abgesenkte Bordsteine. Nichts davon entgeht Margrit Bärenwald und Sabine Lemcke, wenn sie sich gemeinsam auf den Weg in die Stadt machen. Die beiden Ludwigslusterinnen gehören zum Team des Seniorenbeirates, das seit zwei Monaten akribisch den Zustand der Fußgängerwege im Stadtgebiet untersucht. Damit reagieren sie auf den Wunsch der Stadtvertreter, die im Sommer den Bürgermeister beauftragt hatten, ein Konzept zur Umsetzung des Landesbehindertengleichstellungsgesetzes vorzulegen. Im November war Jens Gröger, Fachbereichsleiter Tiefbau, erstmals mit den Senioren vom Grünen Weg zum Bahnhof spaziert. „Er hat uns gezeigt, worauf es bei der Barrierefreiheit ankommt“, sagt Therese Holm vom Vorstand. Seitdem laufen die Senioren nun die Strecken mit Zollstock und Notizblock selbstständig ab, füllen vorbereitete Fragebögen aus und fotografieren besonders gefährliche Stolperfallen. „Wir testen vor allem Strecken, die zum Bahnhof, Krankenhaus und den Einkaufsmärkten führen“, sagt Margrit Bärenwald. Sie ist seit 15 Jahren Mitglied im Seniorenbeirat. „Es macht Spaß“, sagt sie. „Jedes Jahr kommen neue Aufgaben dazu. Ich habe das Gefühl, dass man uns mehr und mehr in die Planungen für die Stadt mit einbezieht.“ Die Stadtverwaltung wird sich gemeinsam mit den Senioren zu den Testergebnissen ihrer Straßenbegehungen austauschen und daraus „lang-, mittel- und kurzfristige Maßnahmen“ ableiten, die möglichst mit Fördermitteln finanziert werden. Zu den kurzfristigen Projekten könnte, laut Verwaltung, der Weg vom Parkplatz in der Naumann-Allee zum Schlosspark gehören. Die Stadtvertreter hatten sich bereits im Sommer darauf verständigt, barrierefreie Querungen in der Seminarstraße, Bahnhofsstraße, Nummernstraße und der Großen Bergstraße zügig umzusetzen.

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