Geht diese Pracht bald verloren?

Ein Tagpfauenauge: Auch dieser prachtvolle Schmetterling ist vom Aussterben bedroht.  Fotos: Brüning / Hennes
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Ein Tagpfauenauge: Auch dieser prachtvolle Schmetterling ist vom Aussterben bedroht. Fotos: Brüning / Hennes

Eingriffe des Menschen in die Natur bedrohen immer mehr Tier- und Pflanzenarten

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02. Mai 2020, 05:00 Uhr

„Alle Vögel sind schon da“ – ein altes Volkslied, das jährlich an Realität und Bedeutung verliert.

Intensiv betriebene Landnutzung, industriemäßige Massentierhaltung und immer mehr Windkrafträder bestimmen weitgehend das Bild unserer heutigen Landschaft. Der einseitige und großflächige Anbau von Feldfrüchten hat die Beseitigung von begrünten Feldwegen und Ackerrainen sowie von Mergelkuhlen zur Folge. Hinzu kommt der fast ausnahmslose Einsatz von Glyphosat auf allen angebauten Kulturen. Hierbei werden alle blühenden und samentragenden Gräser und Kräuter während der gesamten Wuchsperiode vernichtet. Natürlich vorkommende Pflanzen wie Breit- und Spitzwegerich, Mohn- und Kornblumen und viele mehr sind einfach nicht mehr vorhanden. Sie sind aber weitgehend die Futtergrundlage für viele heimische Vogelarten.

Auch beim Gemüse- und Obstanbau werden durch mehrmalige Anwendung chemischer Mittel (Pestizide) gegen Schadinsekten viele Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Libellen und auch Schmetterlinge getötet. Das gesamte Ökosystem wird immer stärker belastet und das führt zur Verarmung der genannten Pflanzen und der Tierwelt.

Nach letzten Erhebungen sind unsere Insekten in ihrer Gesamtheit zu mehr als 75 Prozent bereits ausgestorben. Bei den heimischen Vogelarten ist in den vergangenen 20 Jahren ein zahlenmäßiger Rückgang von über 60 Prozent zu verzeichnen. Nach Arten bewertet sind über 40 Prozent des Bestandes stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Dazu gehören Feldlerche, Stieglitz, Nachtigall, Wiesenweihe, Blauracke und viele mehr.

Ein Weiter so im Umgang mit der Natur führt kurzfristig dazu, dass schon gegenwärtige und nachfolgende Generationen viele Pflanzen, Insekten und Vogelarten nur noch auf Bildern oder in Lehrbüchern betrachten können.

Der Anspruch – die Natur braucht den Menschen nicht, aber der Mensch die Natur, um zu leben und zu überleben – gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Von der Wirtschaft und der Politik sind kurzfristig auf allen Regierungsebenen kaum Maßnahmen oder gesetzliche Maßnahmen zu erwarten. Bleibt nur zu hoffen, dass immer mehr Landnutzer und Gemüsebauern verstärkt zu biologischer Bewirtschaftung übergehen. Gefragt sind Hilfe und Unterstützung der Naturschutzbehörden, Hegeringe und weiterer staatlichen Einrichtungen um die Vielfalt und den Reichtum unserer heimatlichen Natur zu schützen und zu bewahren.

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