Ludwigslust : „Gehört der Wolf zu Deutschland?“

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Wahlkämpfer Dietrich Monstadt (CDU) fordert auch Abschüsse zur Bestandskontrolle. Mitbewerber halten dagegen

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06. September 2017, 20:55 Uhr

CDU-Bundestagskandidat Dietrich Monstadt ist in Sachen Wolf in bisher nicht gekannter Schärfe vorgeprescht. Für ihn gehöre der Wolf in seiner jetzigen unkontrollierten Ausbreitung nicht zu Deutschland. Er fordert: „Die Entnahme von Problemwölfen bzw. die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht muss umgesetzt werden.“ Auf Deutsch: Abschüsse müssen erlaubt sein. Zudem will Monstadt, selbst Jäger, Problemrudel verprellen, die Bestände auch über das Land hinaus kontrollieren und den Wolf somit nicht mehr als streng geschützte Art definieren. Monstadts Forderungen sind auch das Ergebnis vieler Gespräche mit Bauern und Jägern in der Region.

„Das Thema Wolf ist nach wie vor in aller Munde und bewegt mich nicht nur politisch. Die Zuschriften häufen sich stetig. Erst kürzlich sprach ich darüber u.a. mit dem Vorstand des Bauernverbandes Ludwigslust, der äußerst besorgt ist. Verbandsvorsitzender Dietrich Groth aus Bandenitz bestätigte die Gespräche. „Das Thema beschäftigt hier jeden auf dem Land, nur hört uns keiner zu. Bei den Bauern und den Jägern gibt es da eine klare Meinung. Wir sind für eine gezielte Bestandskontrolle. Und wir hoffen, dass nichts Schlimmeres passiert, wenn durch Wölfe verschreckte Weidetiere ausbrechen und etwa auf eine ICE-Trasse laufen.“

Auch hier schließt sich der CDU-Kandidat mit seiner Forderung an: „Für unsere Tierhalter ist es unerträglich, wenn sie zur Haftung herangezogen werden, nachdem ein Wolf Weidetiere in Panik versetzt hat, diese dann ,ausbrechen’ und möglicherweise Unfälle verursachen. Es kann nicht sein, dass Tierhaltern hier erhöhte Sorgfaltspflichten auferlegt und sie sogar durch Ermittlungsverfahren der zuständigen Staatsanwaltschaften kriminalisiert werden.“

Abschließend warnt Monstadt vor der unkontrollierten Ausbreitung der Wölfe. „Das Ziel von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), 1000 Wölfe in Deutschland anzusiedeln, ist völlig abwegig und nicht umsetzbar. In diesem Umfang gehört der Wolf definitiv nicht zu Deutschland!“

Seine Mitbewerberin Martina Tegtmeier von der SPD verweist in ihrer Stellungnahme auf die bisherige Politik im Land. „Der Wolf ist eine durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützte Tierart. Die Population wird vom Land streng überwacht. Das Land überarbeitet derzeit sein Wolfsmanagement. Gefahren für den Menschen müssen selbstverständlich abgewendet werden. Bis jetzt mussten nur einzelne Wölfe aus diesem Grund getötet werden. Da sich die Wolfspopulation weiter ausbreitet, ist für die Landwirte wichtig, dass das Land mehr Mittel für die Prävention bereitstellt.“

„Der Wolf kehrt nach vielen Jahrzehnten zurück in sein natürliches Revier. Ursächlich ist vor allem die Renaturierung, allerdings mitunter auch die Deindustrialisierung seit den 90er-Jahren“, sagt André Walther, Direktkandidat der Linken. Und weiter: „Ich würde es für förderlich halten, wenn sich Bund und Land mit den Nutztierhaltern sowie Landwirtschafts- und Umweltverbänden darüber verständigen, welche Bestandsobergrenze für eine Region verträglich ist. Außerdem muss das gesamte Land M-V zum Wolfsgebiet erklärt werden. Nur so könnten Tierhalter in ganz Mecklenburg-Vorpommern Entschädigungen erhalten, wenn sie von Wolfsattacken betroffen sind.“

„Wir haben ja nun Nandus und Wölfe im Landkreis, und mit beiden gibt es Schwierigkeiten. Es hat ja nun einige Angriffe gegeben. Wir fordern bei Wolfsattacken ganz klar einen 100-prozentigen Schadensausgleich für die Betroffenen.“ Ötinger kann sich auch große Umsiedlungsaktionen vorstellen, falls sich die Population weiterhin so rasant entwickeln sollte. Für Stev Ötinger ist zudem klar, dass Problemwölfe auch bejagt werden müssen.

„Wir sind grundsätzlich froh, dass der Wolf wieder da ist“, betonte Mathias Engling von den Grünen. Natürlich könne er auch Ängste verstehen, doch die ließen sich mit einem Wolfsmanagement beherrschen. „Die bestehende Gesetzeslage reicht völlig aus. Und bei besonderen Problemfällen darf der Wolf auch jetzt schon gejagt werden.“



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