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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 05:02 Uhr

Ludwigslust : Gegen Windpark im Heldenhain

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Stadt Ludwigslust weist in Stellungnahme außerdem auf mögliche Umfassung von Orten und die Beeinträchtigung der Altstadt hin

Geht es nach der Stadt Ludwigslust, würden von der Karte der Suchräume für Windparks zwei Gebiete ganz verschwinden. Drei andere Flächen fielen deutlich kleiner aus. Das geht aus der Stellungnahme hervor, die der Bürgermeister im Zuge der informellen Vorabbeteiligung der Gemeinden zum Regionalen Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg abgeben wird. Die Stadtvertreter hatten das Papier auf ihrer Sitzung am Mittwoch mehrheitlich abgenickt – nicht ohne vorher noch einmal über Details zu diskutieren.

Holger Friel aus Glaisin (Alternative für Ludwigslust, AfL) störte sich an der Formulierung, dass bei Änderungen des Planes die Siedlungsdichte in den Orten berücksichtigt werden solle, um die Gesamtzahl der durch ein Gebiet betroffenen Bürger zu reduzieren. Würde heißen: Windräder weg vom Ballungsraum, hin zu den Dörfern. „Das halte ich mit Blick auf den Gleichheitsgedanken für nicht vertretbar“, so Friel. Am Ende blieb die Passage – mit einer kleinen, den Fakt kaum verändernden Änderung – in der Stellungnahme. Genauso wie die Anregung, keine Zielabweichungsverfahren mehr zu unterstützen. Reiner Altenburg (SPD) hätte diesen Absatz gern gestrichen gehabt, weil diese Verfahren die Festlegungen der Planungsverbandsversammlung keineswegs konterkarieren. Er verwies auf die Bedeutung der Windenergie für MV – und die angeblich 13 700 daran hängenden Arbeitsplätze.

Laut Stellungnahme solle der Suchraum 26 (Heldenhain) nicht weiter betrachtet werden, weil ein Großteil davon für Ausgleichsmaßnahmen zum Autobahnbau genutzt werde und bereits mit Setzlingen bestockt sei. Nach Abzug der Forstfläche und der Freihaltetrasse entlang der Autobahn habe das Gebiet nicht mehr die Mindestgröße. Verzichtet werden sollte auch auf den Suchraum 24 (Groß Laasch, Wöbbelin, Neustadt-Glewe). Zum einen weil er sichtbare Auswirkungen auf die schützenswerte Altstadt habe und die Sichtachse Stadtkirche-Schloss beeinträchtige. Zum anderen sei der Abstand zum Suchraum 25 kleiner als 2,5 Kilometer. Und zum dritten würde sich mindestens für das Ludwigsluster Wohngebiet Am Brink eine Umfassung durch Windräder ergeben.

Der Suchraum 28 (Glaisin, Bresegard, Eldena) sollte auf den mittleren Teil reduziert werden, um eine Umfassung Glaisins zu verhindern und den Mindestabstand zu Suchraum 27 einzuhalten. Dieser sollte, unter anderem mit Blick auf eine drohende Umfassung Hornkatens, verkleinert werden. Zum aktuell nicht mehr eingezeichneten Suchraum Kummer/Göhlen/Hornkaten weist die Stadt darauf hin, dass sich in diesem Gebiet der Horst eines Schwarzstorches befinde und rund um den Brutwald ein Abstand von 3000 Metern einzuhalten ist.

Die Groß-Laascher Gemeindevertreter, die am Mittwoch zeitgleich tagten, haben ihre Stellungnahme noch nicht abgenickt. „Wir wollen uns mit Ludwigslust abstimmen, um mit einer Sprache zu sprechen“, sagte Bürgermeister Markus Lau gestern gegenüber SVZ. Auch in seiner Gemeinde gebe es Befürworter und Gegner eines Windparks vor der eigenen Haustür. Die Gemeindevertretung habe sich dazu jedoch nicht positioniert. Allerdings hätte ein solcher Beschluss auch keinerlei Auswirkungen auf die Regionalplanung.

 

 

 

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