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200 Unfälle zur Herbstumstellung 2013 mehr als in den Vorjahren : Gefahr durch plötzliche Nebelbänke

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Die Blätter fallen, das Wetter wird schlechter und die Tage kürzer. "Mit Herbstbeginn steigen die Unfallzahlen schlagartig um ein Drittel im Landkreis", so Hans-Peter Günzel, Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust.

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erstellt am 29.Sep.2013 | 04:35 Uhr

Parchim | Der Sommer hat ausgedient und der Herbst hat seinen Einzug gehalten. Auch wenn es noch schöne sonnige Tage geben wird, so ist klar, dass sich die Natur verändert. Die Blätter fallen von den Bäumen, Nieselregen und kürzere Tage sind äußere Anzeichen dafür. "Es sind aber auch Anzeichen für deutliche Mehrarbeit unserer Beamten. Denn mit dem Herbstbeginn steigen die Unfallzahlen schlagartig um rund ein Drittel im Landkreis", sagt Hans-Peter Günzel, der Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust. Allein im September des Vorjahres sprang die Zahl sprunghaft von 588 Unfällen auf 771, und diese relativ hohe Zahl bleibt dann fast konstant bis in den Februar und März bestehen. "Die Kraftfahrer stellen sich einfach nicht auf die veränderten Bedingungen ein und das führt zu mitunter tragischen Unfällen", so Hans-Peter Günzel.

Auch wenn noch keine tiefen Frostgrade zu verzeichnen sind, so "kann es gerade auf Brücken und Unterführungen zu Reifglätte kommen und dann kommt man ins Schleudern, wenn die Geschwindigkeit zuvor nicht angepasst wurde", führt er weiter aus. Dazu kommen verschmutzte und rutschige Fahrbahnen durch die Landwirtschaft, beschlagene Autoscheiben und die zum Teil schlechten Lichtverhältnisse durch die Dämmerungszeiten, die den Kraftfahrern zu schaffen machen. "Manche vertrauen sogar auf die moderne Technik, insbesondere auf die Fahrassistenzsysteme. Doch zu großes Vertrauen ist hier fehl am Platz", sagt der Polizeichef und verweist darauf, dass diese Technik nur unterstützende Funktionen ausüben können, nie aber die Kenntnisse, Aufmerksamkeit und Vorsicht des Fahrers ersetzen.

Doch was kann und sollte getan werden, um die Unfälle zu minimieren bzw. möglichst zu vermeiden? "Sehen und Gesehen werden", ist ein Motto, welches unbedingt im Straßenverkehr beachtet werden muss. Die Lichtanlage sollte nicht nur stets sauber gehalten, sondern bei schlechter Sicht auch rechtzeitig eingeschaltet werden. Bei Fahrrädern ist ebenfalls auf die funktionierenden Reflektoren nach vorne und hinten, aber auch in den Speichen zu achten.

Natürlich spielt die richtige Kleidung für Pedalritter eine wichtige Rolle, und bei dunklen Jacken helfen leuchtende Warnwesten oder reflektierende Armbänder, die dem Kraftfahrer rechtzeitig signalisieren, dass hier ein Radler unterwegs ist. Eine funktionierende Beleuchtungseinrichtung an den Fahrzeugen ist Voraussetzung zur Teilnahme am Straßenverkehr. Hierfür finden im Oktober auch wieder die kostenlosen Lichttests statt. Die Kfz-Innung der Region Parchim führt beispielsweise einen öffentlichen kostenlosen Lichttest am kommenden Freitag, 8. Oktober, in Crivitz in der Parchimer Straße 64 von 14 bis 16 Uhr durch. Und auch in Parchim können alle Verkehrsteilnehmer ihr Lichtanlage am Sonnabend, 9. Oktober, von 13 bis 17 Uhr vor dem Real-Markt durch testen lassen.

Ein vieldiskutiertes Thema sind Winterreifen. "Wir haben doch nicht die Berge und die Schneemassen", hören die Polizeibeamten häufig als Begründung von Autofahrern, wenn sie in der kalten Jahreszeit mit Sommerreifen unterwegs sind. "Ab sieben bis acht Grad Außentemperatur sollte man umrüsten, die Griffigkeit der Winterreifen ist doch eine ganz andere und die Profile treiben das Wasser besser von den Reifen und der Fahrbahn", erklärt Inspektionsleiter Hans-Peter Günzel mit Nachdruck.

Eine typische Wettererscheinung in der jetzigen Jahreszeit ist der Nebel. Besonders gefährlich sind dabei plötzlich auftretende Nebelbänke. Wie eine Wand stehen diese plötzlich da und als Fahrer ist es schwer einzuschätzen, ob und was einem entgegenkommt. "Darauf soll und muss sich der Kraftfahrer einstellen. Erst kürzlich gab es in Boizenburg durch eine plötzliche Nebelbank einen schweren Unfall, bei dem eine Frau verletzt wurde", erinnert sich der Polizeichef. "Und wer weiß schon, ob sich in diesem Nebelbereich nicht auch Radfahrer oder Fußgänger befinden", fügt er hinzu. In jedem Fall ist bei schlechter Sicht und nasser sowie glatter Fahrbahn Vorsicht geboten.

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