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Ludwigsluster Tageblatt

16. Dezember 2017 | 21:41 Uhr

Heiddorf : Gefährlicher Tummelplatz

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Einstiger „Eichenhof“ ist nicht nur ein Schandfleck in Heiddorf, sondern auch eine Gefahr / Landkreis erwägt Ersatzvornahme

svz.de von
erstellt am 10.Jun.2014 | 10:29 Uhr

Gesplitterte Scheiben, offen stehende Türen und Fenster, Matratzen vor dem Nebeneingang, ein zerstörtes Dach und verkohlte Balken. In seinem jetzigen Zustand lockt das einstige Hotel „Eichenhof“ in Heiddorf keine Gäste mehr an, zumindest keine zahlenden. Stattdessen scheint es ungebetene Besucher magisch anzuziehen. „Im Moment betreten in den Abend- und Nachtstunden fast täglich Unbefugte das Gebäude“, sagt der Neu-Kalisser Bürgermeister Burkhard Thees. „Es ist eine Gefahr für die Allgemeinheit und besonders für Kinder.“ Ein Zaun, der den Zugang zum Hotel verhindern würde, fehlt. Nicht einmal Warnschilder gibt es.

Burkhard Thees würde an dieser Situation gern etwas ändern. „Aber der Gemeinde sind die Hände gebunden“, sagt der Bürgermeister. Es gebe einen rechtmäßigen Eigentümer und dessen Eigentum könne man nicht einfach anfassen. „Wir können nicht mehr tun, als uns an den Landkreis zu wenden, wenn eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit besteht“, so Thees. Das hat er nun wieder einmal getan.

Beim kreislichen Bauordnungsamt füllt der „Eichenhof“ schon eine dicke Akte. „Wir haben eine Ordnungsverfügung erlassen, in der wir den jetzigen Eigentümer auffordern, das Objekt durch einen Bauzaun so zu sichern, dass es nicht mehr von Fremden betreten werden kann“, erklärt Corina Niehus, stellvertretende Fachdienstleiterin Bauordnung, auf SVZ-Anfrage. „Für den Fall, dass keine Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden, wurde ein Zwangsgeld in Höhe von 2500 Euro angedroht.“ Unternommen hat der Eigentümer trotzdem nichts, und auch das Zwangsgeld sei nicht gezahlt worden. In der vergangenen Woche erhielt der Besitzer daher wieder Post vom Landkreis – mit der Festsetzung eines erhöhten Zwangsgeldes von 5000 Euro. „Unternimmt er jetzt wieder nichts, werden wir eine Ersatzvornahme machen“, betont Corina Niehus. Dann würde der Landkreis eine Firma beauftragen, einen Zaun zu errichten, und anschließend versuchen, sich die entstehenden Kosten vom Eigentümer zurückzuholen.

Um die Gefahr kurzfristig zu verringern, hatte die Gemeinde zunächst dafür gesorgt, dass alle offenen Fenster und Türen wieder geschlossen werden.

Die Zukunft des Gebäudekomplexes, der sich nach dem Feuer und dem jahrelangen Leerstand in einem desolaten Zustand befindet, steht indes in den Sternen. Seit dem Brand vor rund sechs Jahren hat mehrfach der Eigentümer gewechselt. Derzeit soll es dem Vernehmen nach ein Berliner sein. Er hatte die Immobilie vor etwa anderthalb Jahren für knapp 50 000 Euro ersteigert. Zu welchem Zweck? „Wir wissen nicht, ob und was der Besitzer vorhat. Er hat sich der Gemeinde gegenüber nicht zu seinen Plänen geäußert“, sagt Burkhard Thees.

Die Gemeinde würde sich an so exponierter Stelle an der B 191 wieder eine gastronomische Nutzung wünschen. „Wir haben sonst keine Räumlichkeiten für größere Privatfeiern“, so der Bürgermeister.


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