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Rüterberg : „Gebt Elbe als Wasserstraße auf“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

BUND Deutschland fordert radikale Umkehr beim Hochwasserschutz / Beseitigung der Verbuschung würde die Probleme nicht lösen

Wenn es nach den Freunden des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) geht, sollten die Tage der Elbe als Bundeswasserstraße bald gezählt sein. „Es macht keinen Sinn so viele Millionen in den Erhalt und eigentlich schleichenden Ausbau der Elbe als Schifffahrtsstraße zu pumpen. Zum einen findet Frachtschifffahrt kaum noch statt. Zum anderen fehlt dadurch Geld für den nachhaltigen Hochwasserschutz. Zugleich wollen wir aber, dass die Menschen hinter den Deichen sicher leben können. Das geht nicht zusammen“, geht Dr. Ernst Paul Dörfler, der Leiter des BUND-Elbeprojektes während einer Padelpause nahe Rüterberg gleich ins Grundsätzliche.

„Wir haben in der ganzen Zeit nicht ein einziges großes Schiff gesehen, schon gar kein Wirtschaftsschiff“, berichtet ergänzend einer der BUND-Aktivisten aus dem Brandenburger Raum. Es gibt auch Zahlen dafür: Nach einer Prognose der Bundeswasserstraßenverwaltung sollten 2010 immerhin zwölf Millionen Güter auf dem Fluss transportiert werden. Tatsächlich waren es im Jahr 2013 nur 0,8 Millionen Tonnen, sagt der BUND. Insofern passte die Beobachtung vom Tag der Paddeltour durchaus ins Bild.

Für die Naturschützer ist der Fluss de facto inzwischen gar keine Bundeswasserstraße mehr, sondern vielmehr ein Naturerlebnis für Abertausende Touristen. „Kanufahren auf der Elbe, 600 Kilometer freie Fahrt ohne Schleusen und Staustufen“, heißt es dann auch in der Broschüre. Beim BUND ist man z. B. auch dafür, die Buhnen wieder zurückzubauen, weil sie durch die Sole-Erosion das Flussbett vertiefen und die Auenwälder trockener legen würden. Wie weiter mit der Elbe? Was würde wirklich nachhaltiger Hochwasserschutz bedeuten? Wie kann diese großartige Flußlandschaft bewahrt werden? Diese Fragen stellt nicht nur der BUND seit Jahren. Und seit vielen Jahren gibt es daher auch die Bootstour„Dialog im Boot“, wo Abschnitte des Flusses per Schlauchboot talwärts treibend erkundet werden.

In diesem Jahr war der Bereich zwischen Dömitz und Hitzacker ausgewählt worden. Getragen wurde die Tour von Aktivisten aus dem Bereich der mittleren Elbe. Für Mecklenburg war Dr. Ursula Karlowski, Landtagsmitglied der Grünen, an Bord. Sie und alle anderen nahmen während der Fahrt auch die Auengehölze unter die Lupe. Das Problem ist in der Region eher unter dem Wort Verbuschung bekannt. Deren komplette Beseitigung, so verspricht es auch die Landesregierung, würde die Höchststände spürbar senken. Das halten die BUND-Experten für fragwürdig. Ernst-Paul Dörfler: „ An einigen lokalen Stellen macht das sicher Sinn. Viel nötiger wären jedoch Deichverlegungen, um dem Fluß mehr Raum zu geben. Das muss jedoch vor allem im Oberlauf und nicht in Mecklenburg geschehen. Doch geschehen ist trotz der Hochwasser sehr,sehr wenig.

 

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