Ludwigslust : Gafferwand nun auch in Übersee

Diese amerikanische Variante ist bereits in den USA eingetroffen. Sie wird demnächst auf einer Messe in Kalifornien präsentiert.
1 von 3
Diese amerikanische Variante ist bereits in den USA eingetroffen. Sie wird demnächst auf einer Messe in Kalifornien präsentiert.

Dieter Mohn gründet Unternehmen und findet Geschäftspartner in Baden-Württemberg / Auftritt auf Feuerwehrmesse „Florian“ in Dresden

von
22. September 2017, 21:00 Uhr

Nicht in Mecklenburg-Vorpommern, sondern in Bayern wird die aufblasbare Gafferwand von Dieter Mohn aus Ludwigslust voraussichtlich das erste Mal zum Einsatz kommen. Die Stadt Kelheim, so Mohn, habe zwei Exemplare geordert, nachdem der Ludwigsluster dort vor Ort seine Erfindung präsentiert hatte.

Seit der 60-Jährige im Februar in seiner kleinen Neubauwohnung im Parkviertel die Stoffbahnen für die allererste Gafferwand nähte (SVZ berichtete), ist viel passiert. Nach Fernsehbeiträgen auf NDR, Pro Sieben und RTL berichten inzwischen auch Zeitungen in Süddeutschland über Mohns Erfindung. Ein Online-Video der Schwäbischen Zeitung sei in nur zehn Tagen 700  000 Mal geklickt worden. Und ein Videoclip über Mohns aufblasbare Wand gegen Gaffer hält sich seit Monaten unter den Top Ten des Erfinder-TV-Magazins „Einfach genial“.

Mehr als 30  000 Kilometer hat Dieter Mohn in den letzten Monaten in seinem Auto zurückgelegt – im Kofferraum immer dabei zwei zusammengerollte Vorführwände. Vor allem aus den Ländern Baden-Württemberg und Bayern gibt es Nachfragen. Die Albert Ziegler GmbH aus Giengen, einer der größten deutschen Feuerwehrausrüster, zeigt, wie es vom Unternehmen heißt, „großes Interesse an dem Produkt“. Die Firma wird die Gafferwand Anfang Oktober in Dresden auf der Feuerwehrmesse „Florian“ präsentieren.

Auch aus den USA meldeten sich Interessenten. Wie Mohn berichtet, soll sein Zaun an diesem Wochenende auf einer Messe in Kalifornien vorgestellt werden. Auch die Amerikaner haben inzwischen ein Erklärvideo mit der Ludwigsluster Gafferwand ins Internet gestellt.

Noch, so Mohn, befinde sich die Produktion in der Nullserie – in der Einführungsphase zu letzten Erprobungszwecken, bevor die Serienproduktion starte. Genäht wird die aufblasbare Wand im württembergischen Tettnang. Zubehörteile wie die Aufrolleinrichtung werden in Ludwigslust von der Firma MBD gefertigt. Auch das Gebläse wird in Ludwigslust von der Firma ETM geprüft und zertifiziert. Für die Endmontage der Gafferwände wird Dieter Mohn, der früher in Ludwigslust einen Frisörladen besaß, die letzten Jahre aber von Hartz IV lebte, im Oktober die Firma GI (German Inflatable) gründen. Mohn: „Wir bieten auch einen Reparaturservice und die Garantie, bei Beschädigungen innerhalb von 24 Stunden einen Ersatz zu liefern.“ Der Ludwigsluster glaubt fest an sein Produkt: „Das Thema beschäftigt ganz Deutschland“, sagt er. „Höhere Strafen für Gaffer sind ja gut und schön, aber sie werden die Menschen nicht abhalten.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen