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Grabow : Für vier Tage eintauchen in die Zeit des Mittelalters

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Elke Kessin und Wolfgang Mekelburg aus Grabow haben den Reiz der Wikinger-Märkte für sich entdeckt

von
erstellt am 31.Okt.2017 | 19:00 Uhr

Sie tauchen ein in eine längst vergangene Zeit, sitzen am Lagerfeuer, singen Lieder zur Laute und trinken aus dem Horn – Elke Kessin und ihr Lebensgefährte Wolfgang Mekelburg aus Grabow haben die Mittelaltermärkte für sich entdeckt. Sie gehören nun schon seit Jahren zu der immer größer werdenden Familie von Männern, Frauen und Kindern, die sich mehrmals im Jahr an den Wochenenden treffen, um auf eine ganz besondere Weise ihre Freizeit zu verbringen. „Ich saß als Zuschauer beim Burgfest in Neustadt-Glewe, war fasziniert von dem Treiben, von der mittelalterlichen Zeit, die vor mir lebendig wurde“, so Elke Kessin. Das war im Jahr 2003 und die Grabowerin hatte großen Gefallen daran gefunden, wollte auch mit dabei sein, mit dazu gehören. „So lernte ich dann Anne und Hartmut aus Mölln kennen, die schon eine gefühlte Ewigkeit bei diesen Märkten mitmachen. Anne war Schneiderin und im Gespräch mit ihr kam ich ins Schwärmen. So suchte ich mir eine alte Wolldecke und setzte mich dann in den nächsten Jahren auf die Wiese vor der Neustädter Burg und beschäftigte mich mit Speckstein schnitzen. Und durch den Verkauf meiner kleinen Waren habe ich mir dann über Jahre mein erstes Zelt erarbeitet. Und so kam ich dann in die Sippe mit rein“, schmunzelte die Grabowerin. 2014 kam dann Wolfgang Mekelburg mit dazu, und das Zelt wurde dann zu klein. Ein größeres musste her, denn immerhin muss es den beiden ja für die meist vier Tage dauernde Märkte ja eine gute Unterkunft bieten. „Das Interesse, an solchen Märkten teilzunehmen, wird bundesweit immer größer“, so Wolfgang Mekelburg. „Wir sind bei den Märkten dabei, so wie es bei uns mit der Zeit passt. So bei Wikinger-Märkte im Norden, die sich mit dem frühen Mittelalter des 6. und 7. Jahrhunderts oder mit dem Rittertum des 12. und 13. Jahrhunderts beschäftigen. Und einmal im Jahr sind wir in Schilde, das zwischen Perleberg und Wittenberge liegt. Über Uwe Schirm und Frank von Domarus sind wir schnell in die Gruppe gekommen und aufgenommen worden.“

Hier im Park der Kulturscheune Schilde findet zu Pfingsten ein reiner WikingerMarkt statt. „Da sind wir jetzt jedes Jahr dabei“, sagt Elke Kessin, die sich gemeinsam mit Wolfgang dem Speckstein schnitzen und Filzen verschrieben hat und das auch den Kindern beibringt. „Als es im Park von Schilde vor drei Jahren mit dem Markt anfing, waren es rund 50 Leute“, so Elke Kessin. „In diesem Jahr waren es schon knapp 100 Darsteller“, ergänzt Wolfgang Mekelburg. „Und da war fast alles vertreten, vom Handwerker bis zum Kämpfer. Leute, die frühmittelalterliche Gewerke zeigten, die weben, Glasperlen drehen, Holzschnitzer waren da. Leute, die Gewandungen herstellten, Bogenbauer, Schmiede, Tischler, Gaukler und Feuerschlucker. Schmuck wurde gezeigt in allen Variationen und Steine, die Wikinger hatten eine besondere Beziehung zu Steinen, zogen daraus ihre Kraft und Stärke.“ In einer Zeit ohne Uhr, ohne Handy und Laptop einzutauchen, das hat was, findet Wolfgang Mekelburg. „Man kann vom hektischen Alltag abschalten, man kommt runter. Und man trifft Menschen mit dem gleichen Hobby, Gleichgesinnte, nach einem Jahr wieder. Und wenn du die Kleidung ablegst, bist du in einer völlig anderen Welt.“

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