Ludwigslust : Für Sturmtief „Xaver“ gerüstet

Die Gerüstbauer wollen heute Vormittag aufgestellte Gerüste zusätzlich sichern.
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Die Gerüstbauer wollen heute Vormittag aufgestellte Gerüste zusätzlich sichern.

Firmen sichern Baustellen und Gerüste, Bauhöfe Weihnachtsmarktbuden / Polizei rechnet mit vielen Notrufen – und bittet um Geduld

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05. Dezember 2013, 00:00 Uhr

Marktbuden sind zusätzlich gesichert, Baustellenschilder geprüft, Gerüstbauer im Dauereinsatz. Die Region stellt sich auf das Sturmtief „Xaver“ ein, das heute und morgen Orkanböen von bis 180 km/h nach Norddeutschland bringen soll. Ganz so stark wird es die Ludwigsluster Region vermutlich nicht treffen. Doch auch hier wird von Windgeschwindigkeiten um die 60 km/h, in Böen bis zu knapp 100 km/h, ausgegangen.

„Wir werden morgen mit rund 30 Leuten unsere Baustellen zwischen Schwerin und Hamburg abfahren, um die Gerüste nachzuankern und zum Teil die Planen zu entfernen“, erklärte Bauleiter Matthias Just von der Firma Sörgel & Bunsen aus Fahrbinde gestern. Zehrt der Wind zu stark an den Planen, besteht die Gefahr, dass Gerüste kippen. Bis Windstärke 6 bis 7 seien die Gerüste ausgelegt, danach werde es kritisch, so Just. Deshalb würden überall dort, wo eine Gefährdung gesehen wird oder wo der Kunde es wünscht, die Planen abgenommen.

Auf den Baustellen für die neue A 14 sind alle offenen Brückenbauwerke gesichert worden. „Bei der heutigen Bauberatung vor Ort wurden die Auftragnehmer aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“, sagte Manfred Borowy vom Straßenbauamt Schwerin gestern Nachmittag. Die Unternehmen hatten entsprechende Vorkehrungen zur Sicherung der Baustellen und der Baugeräte aber bereits getroffen. „Die Verkehrssicherer sind in Bereitschaft, haben die Warnbaken und die Baustellenabsicherung noch einmal überprüft. Die Mitarbeiter der Firma sind für den Ernstfall gerüstet“, ergänzte Borowy.

Auch alle 20 Mann der Kreisstraßenmeisterei in Hagenow stehen bereit um auszurücken, falls Bäume auf Straßen oder Häuser stürzen. Die Fahrzeuge sind mit Greifern und Sägen aufgerüstet. Ansonsten „lassen wir das auf uns zukommen“, sagte Ricardo Heidel, Leiter der Kreisstraßenmeisterei. Das Gute sei, dass die Bäume bereits laubfrei und dadurch leichter und weniger windanfällig seien – das Schlechte, dass die Erde weicher ist und die Bäume leichter kippen könnten. Seine Truppe stelle sich zudem auf das erste Winterwochenende in dieser Saison ein. Denn zusätzlich zum Sturm würden die Prognosen zum Ende der Woche den ersten Schnee ankündigen, so Heidel.

Dömitz habe den Bauhof in Bereitschaft versetzt, wie Bürgermeisterin Renate Vollbrecht informierte. „Wir werden die Weihnachtsbeleuchtung nochmal kontrollieren und dann abwarten. Wir können ja jetzt nicht alles abnehmen.“ Den Weihnachtsmarkt am Sonnabend sieht sie noch nicht in Gefahr. „Die Stände werden wir voraussichtlich am Freitag schon aufstellen, die Planen aber erst am Sonnabendmorgen drüberziehen.“

In Kummer lädt die Grundschule bereits für Freitagnachmittag zum Weihnachtsmarkt ein. Die Holzhütten für die Stände waren Anfang der Woche auf dem Schulhof aufgestellt worden. „Wir haben jetzt zusätzliche Erdnägel gesetzt und Fangleinen über die Hütten gezogen“, so Bauhof-Leiter Bodo Thees.

Auch in den Schulen war der Sturm gestern bereits Thema. „Ich habe eine für Freitag geplante Klassenfahrt nach Rostock verschieben müssen. Das ist schade für die Schüler, aber die Sicherheit geht vor“, sagte Jutta Schulz, Schulleiterin der Ludwigsluster Lenné-Schule. Der Schulbetrieb werde aber normal laufen, die Lehrer seien da. „Die Erziehungsberechtigten entscheiden jedoch, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken.“ Die Busse sollten Donnerstagmorgen fahren. „Wir haben eine Beförderungspflicht und können deshalb nicht auf Grundlage einer Vorhersage den Busverkehr einstellen“, betonte Christian Rader, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP).

Einen generellen Schulausfall als Vorsichtsmaßnahme kann nur der Landkreis verfügen. Bis gestern Abend war aber nichts dergleichen geplant. „Wir stehen in dieser Frage in enger Verbindung mit der VLP“, so Kreissprecher Andreas Bonin. Heute Vormittag soll die aktuelle Lage betrachtet werden. Möglicherweise wird an den Schulen früher Schluss gemacht. Das zu prüfen, hatte das Schulamt gestern den Schulen empfohlen.

Sprecher Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust: „Wir sind auf den Sturm entsprechend vorbereitet und rechnen mit viel Arbeit. Autofahrer sollten nicht unbedingt notwendige Fahrten unterlassen. Fahrrad-, Moped- und Motorradfahrer sollten während des angekündigten Sturms überhaupt nicht unterwegs sein. Wir bitten Anrufer, die sich über Notruf bei uns melden, die Gespräche möglichst kurz und präzise zu führen. Wegen der zu erwartenden hohen Zahl der Anrufer über den Notruf sind auch Wartezeiten möglich. Wir bitten daher in solchen Fällen um Geduld.“

Und Oberstleutnant d. R. Christian Rosenkranz, Leiter des Kreisverbindungskommandos Ludwigslust-Parchim, teilte mit: „Da wir eine latente Bedrohung haben, werde ich die Verfügbarkeit meiner Soldaten prüfen. Je nachdem, wie stark der Sturm den Landkreis trifft, werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet.“


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