dömitz : Für eine Nacht Musikhauptstadt

Ihre Partymusik sorgte im „Elb-Café“  für jede Menge Stimmung: „The Crazy Boys” mit Frontfrau aus Rostock.  Fotos: harald Schulz
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Ihre Partymusik sorgte im „Elb-Café“ für jede Menge Stimmung: „The Crazy Boys” mit Frontfrau aus Rostock. Fotos: harald Schulz

Dömitzer Musikfest begeisterte am Wochenende zahlreiche Besucher in insgesamt sechs Locations

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07. Juli 2014, 07:00 Uhr

Die Musiknacht, die zum siebten Mal in Dömitz stattfand, ist eine etablierte launige Veranstaltung mit Zuwachszahlen. Die sechs Lokale im Stadtkern vom Hafenzentrum bis zur Torbrücke hatten am Sonnabend ab 20 Uhr einen Zulauf, der dem gastgebenden Verein „Leben und Kultur“ (LuK) für die achte Auflage im kommenden Jahr schon jetzt Lust macht.

Vorsitzende Mandy Botzler freute sich, dass selbst die Fernsehübertragungen der WM-Begegnungen für den Einzug der letzten Mannschaften ins Halbfinale der Musiknacht nicht die Fans raubten. Im Gegenteil: Vor „Martin’s Musikcafé“ war ein Damenquartett aus Neu Kaliß anzutreffen. Dagmar, Annabell, Dorita und Anika hatten sich ohne männliche Begleitung auf den Weg zur Musiknacht gemacht. „Weil unsere Kerle nicht vom Fußball wegkommen, gehen wir uns amüsieren. Wir wollen Spaß und legen eine Fußballpause ein“, frohlockte Dagmar. „Und flirten ist dabei nicht ausgeschlossen“, kam es spontan aus dem Quartett, bevor sie in der Masse der Partygäste im „Martin´s“ verschwanden, um zur Live-Musik des Potsdammer Duos Stefanie Gräske und Axel Merseburger abzufeiern.

Martin Larsen gehört mit zu den Gründern dieser Luk-Erfolgsgeschichte. Das Mitglied des Dömitzer Kulturausschusses kennt die Dömitzer Musikszene genau, auch weil er immer wieder überregional beachtete Events in der Festungsstadt organisiert. Die Musiknacht ist aus seiner Sicht für Dömitz überaus wichtig. Gerade in Zeiten, wo der Stadtkern mit der erneuten Schließung des Kaufhauses an Substanz für den Tourismus verloren hat. „Die Stadt hat Potenzial, das genutzt werden muss. Solche Veranstaltungen sind wichtige Multiplikatoren für den regionalen Tourismus.“

Zwei Stunden später standen die Gäste der Musiknacht bei „Martin’s“ in dichten Trauben bis auf die Straße. Die Altstadt war erfüllt von Klängen. Auch Detlef Möller aus Karenz war mit seiner Ehefrau zur Musiknacht gekommen und begeistert. Er kennt solche Veranstaltungen nur aus Schwerin. Nur knappe hundert Meter weiter vom „Martin’s“ sorgten die „Between Rocks ’n’Roses aus Lübtheen im Café „Zur Torbrücke“ für beste Partystimmung. Hits der 1970er bis 1990er Jahre hielten das Publikum über 40 fest. Nochmals 70 Meter weiter unterhielten „Two Reasons“ aus Gadebusch die Gäste in der „Alten Zunft“.

Das Angebot in sechs Lokalitäten gleichzeitig ab 20 Uhr Bands unterschiedlicher Musikstile jeweils für 45 Minuten bis in die Nacht hinein immer wieder musizieren zu lassen, das kam auch bei der sechsten Auflage der Musiknacht an. Und die Besucher dieser LuK-Initiative wechselten in den 15-minütigen Konzertpausen fleißig die Locations. So viele Menschen, wie Sonnabend bis nach Mitternacht, sind sonst die ganze Woche tagsüber nicht auf den Straßen der Altstadt zu sehen.

Im Kulturhaus wackelten die Wände, wenn die „Groove ´n´ Soul Company“ loslegte. Die Formation aus Musikern aus dem niedersächsischen Wendland und der Altmark in Sachsen-Anhalt spielt einen großartigen Soul. Zudem verfügt die Band über den klassischen Vier-Bläser-Satz und über Front- und Hintergrund-Sängerinnen. Die Band besaß unter den sechs Musikformationen die größte Klasse, wurde aber durch den für diese immense Klangfülle zu kleinen Saal um den Erfolg gebracht, wie der Kopf der Band, Hayo Zimmermann, selbst bedauerte. „Wir hätten draußen auftreten müssen“, so seine Erkenntnis. Doch Band und die meisten Zuschauer hielten durch.

Die „Crazy Boys“ mit hatten im „Elbcafé“ mit solchen wuchtigen Klangfarben nicht zu kämpfen. Sie spielten Rock ’n’Roll pur der wilden 1950er Jahre und trafen damit den Nerv ihres Publikums. Nicht wenige Zuhörer blieben gleich bis zum letzten Schlussakkord. Die eher melodisch eingängigen Hits vergangener Tage und Popstars spendierte das „Duo Condor“ aus Waren (Müritz) im „Café Tiziano“.


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