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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 00:08 Uhr

Kundgebung : Für ein weltoffenes Ludwigslust

vom

Knapp 270 Menschen am Montagabend beim Friedensgebet in der evangelischen Stadtkirche. MVgida-Kundgebung zählt 70Teilnehmer

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2016 | 22:17 Uhr

Für ein weltoffenes und friedliches Ludwigslust einzutreten, ein  Zeichen zu setzen gegen  bewusst geschürten Ausländerhass  - das vereinte gestern Abend rund 270 Menschen, die sich zum Friedensgebet in der evangelischen Stadtkirche trafen. Ludwigslust ist ein Ort der Vielfalt, die Einwohner gehen engagiert mit den Herausforderungen der Zeit um und beziehen Stellung gegen all jene, die die Werte der Demokratie, der Toleranz, der Integration und des Miteinanders bedrohen.

So brachte denn auch der Ludwigsluster Bürgermeister Reinhard Mach zahlreiche Beispiele, wie die Integration von Flüchtlingen in der Stadt gelingt. „Wir sind aber immer Lernende, es werden viele Fragen an uns gerichtet und wir sind offen für jeden Hinweis“, so der Bürgermeister, der dabei auch die neue Unterkunft für Flüchtlinge im Techentiner Weg anspricht. „Und wenn MVgida wieder  durch unsere Stadt marschiert, dass wir Sie dann rufen und Sie  da sind, dafür danke Ich Ihnen“, so Reinhard Mach an die Teilnehmer des Friedensgebets in der Stadtkirche gewandt.

Denn fast zum gleichen Zeitpunkt hatten sich am Bahnhofsvorplatz etwa 70 Teilnehmer einer Mvgida-Kundgebung auf den Weg durch die Stadt hin zum Schlossplatz gemacht. Die Polizei ist mit 90 Beamten vor Ort, begleitet den MVgida-Demonstrationszug, deren Teilnehmer sich als die „Guten“ bezeichnen, die „Mutigen“, die auf die Straße gehen und sich als die wahren Kämpfer für die Freiheit Deutschlands und der Heimat sehen.

In der Stadtkirche wird derweil Fürbitte gehalten - es ist ein ökumenisches Gebet – evangelische und katholische Christen, auch viele Menschen, die bekennende Atheisten sind, sitzen eng beieinander. Es sind nicht nur Ludwigsluster darunter. Auch Flüchtlinge haben sich auf den Weg in die Stadtkirche gemacht. Teshome, gebürtiger Äthiopier, der seit 20 Jahren in Deutschland lebt und in Ludwigslust sein Zuhause gefunden hat, bringt es auf den Punkt: „Die Ludwigsluster sind freundlich, sie sind gastfreundlich, ich lebe gerne hier. Wir lassen uns nicht provozieren.“  Diesen Gedanken greift  auch der Bürgermeister auf: „Wir lassen uns nicht provozieren, wenn wir jetzt mit unseren Lichtern aus der Kirche hinaus zum Bassin gehen und ein Zeichen setzen für ein weltoffenes und friedliches Ludwigslust.“  Der Zug der Menschen bewegt sich von der Stadtkirche langsam in Richtung Bassin. Dort angekommen, entrollen  Vertreter der Linken mit Mario Kutter an der Spitze ein Plakat „Herz statt Hetze“.

Inzwischen sind auch die MVgida-Teilnehmer vor dem Schlossplatz angekommen, wiederholen ihre gegen die Regierenden in Berlin, aber auch gegen Landes- und Kommunalpolitiker gerichteten Parolen. Mit Buhrufen und lauten Trillerpfeifen reagieren die inzwischen rund 300 Teilnehmer der Gegendemonstration am Bassin.

Aber es bleibt alles  friedlich. Nach Informationen von Reimund Kube, amtierender Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust, war es eine aus polizeilicher Sicht ruhige Veranstaltung. „Wir haben die Teilnehmer der Mvgida-Kundgebung wieder sicher zum Bahnhof begleitet. Dort war die Versammlung dann beendet.“

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