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Krankenhaus Ludwigslust : Für das Stift auf die Straße

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Demonstration gegen Umstrukturierung des Klinikums - Tod des Krankenhausstandortes in der Lindenstadt befürchtet

von
erstellt am 16.Dez.2014 | 17:05 Uhr

Die Stimmung ist aufgeheizt unter der Belegschaft des Westmecklenburg-Klinikums „Helene von Bülow“. Die Ludwigsluster befürchten die Schließung des traditionsreichen Krankenhausstandortes in der Lindenstadt auf Raten. Etwa 250 Demonstranten hatten sich eine Stunde vor der gestrigen Sitzung des Kreistages vor dem Landratsamt versammelt, um ihre Forderungen lautstark kundzutun. Landrat Rolf Christiansen als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Klinikums versuchte vergeblich, mit den Demonstranten ins Gespräch zu kommen und zu erklären, dass er mit Blick auf die Konkurrenz nicht mit Zahlen in der Öffentlichkeit operieren könne. Ein Demonstrant brachte es auf den Punkt: „Die Mitarbeiterschaft möchte bei den Zukunftsentscheidungen über die Krankenhausstandorte in Ludwigslust und Hagenow mitgenommen werden.“

Es waren nicht nur Ärzte, Schwestern, Pfleger und andere Beschäftigte des Ludwigsluster Krankenhausteils, die sich eingefunden hatten. Längst hat ihr Protest auch die Stadt erreicht. Zahlreiche Bürger erklärten ihre Solidarität mit der Teilnahme an der Kundgebung. Die Gewerkschaft „ver.di“ hat sich als Unterstützer formiert. Deren Vertreter Hans Sieweke hat über das Megafon unmissverständlich klargemacht, dass der Protest weitergehen werde, bis es Klarheit über die Arbeitsplätze der Mitarbeiter gäbe. Ein Flugblatt machte die Runde. Den Slogan „Wir wollen, dass Licht ins Dunkel kommt!“ hatten Kundgebungsteilnehmer mit Fackeln und Lichtern untermauert.

Das Misstrauen ist groß unter der Belegschaft. Ein Arzt sagte gegenüber SVZ: „Wir haben den Eindruck, dass funktionierende Strukturen bewusst schlecht geredet werden sollen – die Gefäßchirurgie mit Dr. Friedrich, die Kardiologie mit Professor Werner, die überregionalen Ruf genießen.“ Teilnehmer der Demo kreideten es den Geschäftsführern Stiftspropst Jürgen Stobbe und Dr. Volker Schulz an, dass sie nicht erschienen waren, um sich den Fragen zu stellen. Schließlich wurden sogar Rufe „Geschäftsführung raus!“ laut.

Hintergrund der Proteste: Seit etwa drei Wochen ist klar, dass das Klinikum Umstrukturierungen plant (SVZ berichtete). Landrat Christiansen hat gestern Abend noch einmal betont, dass es dabei um die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen gehe. Es gelte, dass Klinikum für die Zukunft aufzustellen. Die Demonstranten erwarten Unterstützung aus der Politik für ihre Forderung nach Transparenz und Aufklärung.

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