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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 12:28 Uhr

Dömitz : Fünf Spaten für die Hohe Brücke

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Symbolischer Baustart für die neue Querung der Müritz-Elde-Wasserstraße / Dömitzer noch nicht am Ziel ihrer Wünsche

svz.de von
erstellt am 26.Aug.2014 | 11:41 Uhr

Fünf blank geputzte Spaten, verziert mit Fähnchen in den Landesfarben, kündeten bei Dömitz gestern Nachmittag von Großem. Verkehrsminister Christian Pegel schwang am Ufer der Müritz-Elde-Wasserstraße – mit vierfacher Unterstützung aus Stadt, Landkreis und Straßenbauamt – den Spaten, um den Bau der neuen Hohen Brücke vor den Toren der Elbestadt symbolisch zu starten. Die Bagger, die die tatsächliche Arbeit erledigen werden, standen vor ihm, die Reste der alten Brücke in seinem Rücken.

Den Baubeginn wollte sich auch Christel Botzler nicht entgehen lassen. Lange genug hat die gebürtige Dömitzerin, die in der Altstadt wohnt, darauf gewartet. „Seit der Sperrung der alten Brücke rollt der ganze Schwerverkehr durch die Stadt“, berichtete sie. „Bremsen, anfahren, bremsen – wenn die großen Lkw und Traktoren bei uns vorbeifahren, vibriert das ganze Gebäude. Nachts erscheint der Krach noch lauter.“ Die Wände des Hauses bekämen durch die ständigen Erschütterungen immer mehr Risse. „Erst werden die Häuser und die Straße mithilfe von Fördermitteln saniert und dann lässt man zu, dass alles wieder kaputtgefahren wird“, sagt sie. Wie viele andere Dömitzer hofft sie, dass die Lkw einen Bogen um die Altstadt machen, sobald die neue Brücke fertig ist.

Das soll nach Aussage von Verkehrsminister Christian Pegel voraussichtlich Ende 2015 soweit sein. „Wir investieren hier rund 2,2 Millionen Euro, um den alten Zustand wieder herzustellen“, sagte er vor dem Spatenstich und erklärte, dass die im vergangenen Jahr abgerissene alte Brücke auf Holzpfählen gebaut und 1928 eingeweiht worden war. Dass man sie erst 2007 hatte sperren müssen, sei bemerkenswert.

Thomas Taschenbrecker, Leiter des Straßenbauamtes Schwerin, lobte die „hervorragende Abstimmung“ mit der Umweltbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Und er betonte, wie wichtig ihm das Projekt ist. „Ich bin froh, dass wir diesen Schritt jetzt gehen. Alles andere werden wir dann sehen“, sagte er gegenüber SVZ. Um den Schwerverkehr komplett um Dömitz herumführen zu können, müssten auch die Zufahrten zur Brücke den damit verbundenen Ansprüchen genügen. Tun sie aber nicht. Doch ob für einen Ausbau der Landesstraße 04 in diesem Bereich irgendwann Geld zur Verfügung gestellt werden kann, steht in den Sternen.

Ohne eine neue Hohe Brücke wäre eine Umfahrung jedoch gänzlich unmöglich. Insofern können sich die Dömitzer dennoch über ihren Bau freuen – und verbinden damit auch ganz kurzfristig erfüllbare Hoffnungen. Sie setzen darauf, dass mindestens der landwirtschaftliche Verkehr und ortskundige Lkw-Fahrer die L 04 über die Hohe Brücke nutzen werden, um die Fahrt über das Kopfsteinpflaster und durch die engen Kurven der Altstadt zu vermeiden. Denn Spaß kann diese Schüttel-Tortur auch ihnen nicht machen.


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