Ludwigslust : Frösche, Eichhörnchen und Co.

Herbert Knötel hat zwanzig Jahre den Ludwigsluster Heimtiergarten geführt. Jetzt verlassen er und seine Frau Renate die grüne Oase in der Neustädter Straße.
Herbert Knötel hat zwanzig Jahre den Ludwigsluster Heimtiergarten geführt. Jetzt verlassen er und seine Frau Renate die grüne Oase in der Neustädter Straße.

Herbert und Renate Knötel verlassen ihre grüne Oase / Ihr Heimtiergarten bleibt unvergessen

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03. November 2017, 21:00 Uhr

Wie nur schafft er es, dass ihm die Frösche aus der Hand fressen? Und warum hüpfen die Eichhörnchen einfach so auf seine Schultern? Herbert Knötel lacht: „Geduld heißt das Zauberwort. Geduld und ganz viel Liebe.“ Die flinken Eichhörnchen haben es ihm besonders angetan. „Ich mag die Tiere einfach“, sagt er. „Sie sind für mich die Äffchen der Wälder. So putzig. So verspielt.“ Zahm werden Eichhörnchen eigentlich nie. Bei Herbert Knötel waren sie es. Ende der achtziger Jahre hatte er in Passau ein schwarzes Eichhörnchenpärchen von einem Züchter gekauft. „Die Tiere lebten bei mir in der Voliere direkt vor der Küche. Ich musste nur das Gatter und mein Fenster öffnen und schon huschten sie zu mir in die Wohnung.“

Nach den Eichhörnchen kamen die Waschbären. Die mochte seine Frau Renate. Es folgten Frettchen, Minischweine, Wildvögel, Kaninchen, Pfauen... Knötel baute Gehege, Volieren, Ställe und gründete gemeinsam mit seiner Frau den Verein „Ludwigsluster Heimtiergarten“. Fast 60 Mitglieder aus der Region schlossen sich den Tierfreunden an. Einige unterstützten den Verein finanziell, andere halfen bei der Beschaffung von Futter und kümmerten sich um die Tiere, wenn Knötels mal im Urlaub waren. Bis vor sieben Jahren blieb der Heimtiergarten geöffnet. Knötel hatte Buch geführt: 250 Tiere, 25 Tierarten und 80 000 Besucher in zwei Jahrzehnten. Dann der Schnitt im Jahr 2010: „Es wurde immer schwieriger, Futter für die Tiere zu bekommen“, erzählt Knötel. Am Ende blieb uns nur die Schließung.“ Heute erinnert noch eine leere Voliere unter dem Kastanienbaum an den einstigen Heimtiergarten. Herbert Knötel hat darin im letzten Frühling eine Drossel groß gezogen, die aus dem Nest gefallen war.
Was bleibt, sind die vielen Geschichten, die Knötels ihren Besuchern gern erzählen. Von dem Waschbären zum Beispiel, der dem damaligen Bürgermeister Hans-Jürgen Zimmermann die Geldbörse aus der Hosentasche zog. Der Bürgermeister wertete das als Zeichen, öffnete das Portemonnaie und hinterließ dem Heimtiergarten eine Spende.
„Die schönen Erinnerungen kann uns keiner nehmen“, sagt auch Renate Knötel. In diesem Jahr trennen sie sich endgültig von dem Grundstück, seit Oktober lebt das Paar in einer Wohnung dichter am Stadtzentrum. Haus und Garten sollen verkauft werden. „Entweder richtig oder gar nicht. Wir ziehen einen Strich und freuen uns auf Neues.“ Renate Knötel wird sich weiter im Ludwigsluster Seniorenbeirat engagieren. Ihr Mann Herbert spielt leidenschaftlich gern Jagdhorn. Die Natur genießen beide nun auf ausgiebigen Spaziergängen. „Wir freuen uns über jedes Tier, das unseren Weg kreuzt. Und ich hoffe sehr, irgendwann wird es auch mal ein Waschbär sein“, sagt Renate Knötel. Ihr Mann Herbert hält weiter Ausschau nach Eichhörnchen. Und manchmal entdeckt er auch ein schwarzes...

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