Kummer : Frischkäse ganz traditionell

Das Frischkäsewerk war Stempelstation für die Velo Classico. Aber auch viele Einheimische nutzten das Hoffest zum Besuch.
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Das Frischkäsewerk war Stempelstation für die Velo Classico. Aber auch viele Einheimische nutzten das Hoffest zum Besuch.

Goldschmidt Frischkäse GmbH Kummer nutzt noch das Schulenburg-Verfahren / Besucher konnten Produktion der Pralinen erleben

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18. September 2017, 21:00 Uhr

Dass man aus Frischkäse auch Pralinen machen kann, können sich viele Menschen kaum vorstellen. Die Teilnehmer der Velo Classico Germany 2017 überzeugten sich selbst davon. Die süßen Produkte der Goldschmidt Frischkäse GmbH in Kummer konnten sie bei den kulinarischen Rasten entlang der Strecken und beim Stopp auf dem Hof des Unternehmens probieren.

Der Betrieb, dessen Geschichte mit der Gründung einer Molkerei durch Ernst Goldschmidt im Jahr 1933 begann, hatte zu einem Hoffest eingeladen. „Für uns ist das eine Premiere“, sagte Betriebsleiter Klaus Eisenbarth. Unterstützung kam dabei auch aus dem Dorf.  So halfen der Verein „Herzdamen“ und die Feuerwehr bei der Versorgung der Besucher. Die Zumba-Gruppe und die Kita boten etwas für Augen und Ohren. Und der LSV Germania 04 Kummer informierte über seine Geschichte, die 1904 – passend zum Tag – als Radfahrverein begann. Dazu gab es eine kleine Auswahl historischer Fahrräder, die sich in Schuppen und Scheunen gefunden hatten. Doch wenn zur Schauproduktion von Frischkäsepralinen gerufen wurde, waren die Plätze an den Fenstern immer besetzt.

Reiner Dowe setzte vor den Augen der Besucher die kleinen Frischkäse-Rohlinge auf ein Förderband. Nach einer Dusche unter flüssiger Schokolade gab es von Detlef Fritsche noch ein paar Krümel von Haselnusskernen, ehe Kerstin Brumm die fertigen Frischkäsepralinen verpacken konnte. „Die Rohlinge werden vorher schockgefroren, damit sich der Frischkäse nicht mit der warmen Schokolade verbindet“, erklärte Simone Marten, im Unternehmen zuständig für Einkauf und Projektleitung.

Insgesamt produzieren die Kummeraner mehr als 50 verschiedene Produkte – unter anderem auch Käsesteak, Ziegenfrischkäse-Röllchen und den Klassiker, die Frischkäsetörtchen mit Pfeffer, Kräutern oder Paprika. Jährlich verlassen rund 550 000 Törtchen das Werk, viele davon gehen in den Export. „Vor allem nach Finnland, Schweden und Polen“, erklärte Klaus Eisenbarth. „Dort kennt und schätzt man noch den typischen Frischkäsegeschmack von früher.“ Die Produkte aus Kummer haben ihn noch. „Weil wir als einer von nur noch zwei Betrieben in Deutschland eine alte Herstellungsmethode nutzen“, sagt der Betriebsleiter und meint das Schulenburg-Verfahren, das den Frischkäse auch tiefkühlfähig und schnittfest macht. „Die Milch wird  unter Zugabe von Lab dickgelegt“, so Eisenbarth. „Die entstehende Gallerte wird mit der Käseharfe geschnitten, die Molke rausgepresst.“ Mit Sahne, Butter und den speziellen Zutaten vermischt, entsteht das jeweilige Frischkäse-Produkt. Rund 20 000 Liter Kuhmilch wöchentlich und 10 000 Liter Ziegenmilch monatlich werden so verarbeitet.

Doch nicht nur Finnen und Polen hat die Frischkäse-Manufaktur, die derzeit 18 Mitarbeiter zählt, im Blick. „Wir arbeiten daran, auch regional stärker wahrgenommen zu werden“, sagt Klaus Eisenbarth. Und so waren die Kummeraner, die einen Werksverkauf haben und ihre süßen und herzhaften Produkte in ausgewählten Lebensmittelmärkten anbieten, auch beim NDR-Landpartiefest in Celle und zum zweiten Mal beim Schweriner Gourmetgarten dabei.

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