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Ludwigsluster Tageblatt

24. Oktober 2017 | 00:52 Uhr

Ludwigslust : Fotovergleich nach 70 Jahren

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gymnasiasten gestalten Sonderausstellung zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Ludwigsluster Rathaus

von
erstellt am 11.Mai.2016 | 21:00 Uhr

„Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten.“ Mit diesen Worten begrüßte Ludwigslusts Bürgermeister Reinhard Mach die Gäste zur Eröffnung einer Ausstellung auf den Fluren des Rathauses.

2011 und 2012 waren Schüler des Projektkurses Regionalgeschichte der neunten Klasse des Goethegymnasiums Ludwigslust auf Spurensuche in ihrer Heimatstadt gegangen. Von den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin hatten die Jugendlichen eine Auswahl von historischen Fotos aus dem Jahre 1945 zur Verfügung gestellt bekommen. „Zuerst befassten sie sich mit dem historischen Hintergrund der Fotos. Unter anderem lasen sie Zeitzeugenberichte und befragten auch Zeitzeugen aus Ludwigslust. Parallel dazu erhielten sie durch den Fotografen Christian Möller einen Kurs im Fotografieren und lernten mit unterschiedlichen Objektiven zu arbeiten“, so Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, über das Projekt.

Gemeinsam erkundeten sie dann die Orte, an denen die Frontberichterstatter der 82. US-Airbornedivision 1945 diese Fotos gemacht hatten. Ziel sei es gewesen, dem historischen Foto vom gleichen Standpunkt und mit der gleichen Perspektive ein aktuelles Foto gegenüberzustellen, erklärte Ramona Ramsenthaler.

Die Gegend um Ludwigslust war 1945 einer der Brennpunkte des Kriegsgeschehens. Von der Elbe rückten Truppenteile der 9. US-Armee entlang der Reichsstraße R 191 nach Ludwigslust vor. Von Osten näherten sich Verbände der 1. und 2. Belorussischen Front der Roten Armee unaufhörlich. Dazwischen lagen Einheiten der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS, laut Augenzeugen teils kampfunfähig. In dieser Situation kapitulierte General Kurt von Tippelskirch, der stellvertretende Oberkommandierende der deutschen Heeresgruppe Weichsel, am 2. Mai 1945 vor den Amerikanern im Ludwigsluster Schloss.

Claudia Lüdtke, Projektbetreuerin, erzählt, was die Nachfolger der Ausstellungsgestalter von 2011/12, die heutigen Neuntklässler, bei dem Thema Kriegsende in der Region bewegt. „Es fällt ihnen immer schwerer, sich in die damalige Situation hineinzuversetzen“, sagt die Geschichtslehrerin. „Aber sie sind geschichtsinteressiert und fragen sich, wie das Leben damals gewesen ist.“ Gern hörten die Jugendlichen darum zum Beispiel dem Zeitzeugen Dieter Ueltzen aus Ludwigslust zu.

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