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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 12:39 Uhr

Grabow : Forst und Stadt gehen neue Wege

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Landesforst MV bewirtschaftet zukünftig über das zuständige Forstamt den Wald von Grabow / Vertrag tritt ab 1. April in Kraft

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Als Landwirtschaftsminister Till Backhaus und Manfred Baum als Vorstand der Landesforst MV im Sitzungssaal des Rathauses Grabow ihre Unterschrift unter das Dokument gesetzt hatten, war der letzte Schritt einer langen Planungsphase vollzogen. Der 2000 Hektar große Grabower Stadtwald wird auf Wunsch der Grabower Stadtvertreter ab sofort von der Landesforstanstalt bewirtschaftet. Sie übernimmt die jährliche Planung der forstbetrieblichen Arbeiten sowie deren Umsetzung und Kontrolle. Die Holzvermarktung erfolgt weiterhin eigenständig durch die Stadt Grabow. Dies regelt ein neuer Forstvertrag, der am Mittwoch im Rathaus Grabow zwischen Stadt und Land geschlossen wurde. „Im Jahr 2014 haben wir uns als Stadt gemeinsam mit Minister Backhaus entschieden, in der Forstbewirtschaftung neue Wege zu gehen. Nun hoffen wir, mit diesem Schritt die kritische Phase ohne Forsteinrichtungswerk überwinden zu können“, so Bürgermeister Stefan Sternberg. Das Thema Stadtwald hatte in den vergangenen Wochen die Gemüter in Grabow erhitzt. Kritiker und Gegner dieses Vorhabens hatten ein Bürgerbegehren zur Durchführung eines Bürgerentscheids „Grabower Wald bleibt in Grabower Händen, mit unserem bewährten Stadtförster – keine Fremdbewirtschaftung“ eingereicht. Auf der Sitzung der Stadtvertretung war das beantragte Bürgerbegehren nach ausführlicher Prüfung der gesetzlichen Formvorschriften sowie auf Empfehlung der Rechtsaufsichtsbehörde für unzulässig erklärt worden.


Kooperation wird weiter intensiviert


„Solch ein Projekt gab es in der Landesforst noch nicht, am 1. April tritt der Forstvertrag offiziell in Kraft“, so Stefan Sternberg. „Von Anfang an stand eine große Mehrheit der Stadtvertretung hinter unserem Projekt“ , ergänzte der Verwaltungschef. „Ich freue mich, dass mit diesem Vertrag die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Grabow als Holzstadt und Sitz des Forstamtes und der Landesforstanstalt MV als anerkannter Dienstleister im ländlichen Raum weiter intensiviert wird“, sagte Till Backhaus bei der Unterzeichnung.

Bisher konzentrierte sich die Zusammenarbeit hauptsächlich auf den forstfachlichen Austausch. Dazu gehörten gemeinsame Dienstberatungen, förderrechtliche Hilfestellungen, gemeinsame Waldpädagogikangebote oder das Bearbeiten forsthoheitlicher oder städtebaulicher Fragen.

Der neue Vertrag sieht zusätzlich die Übernahme der Bewirtschaftungsaufgaben durch einen Revierförster der Landesforstanstalt vor. Dazu gehört die Überwachung der Waldbestände auf Schäden sowie die Empfehlung notwendiger Maßnahmen, die Erstellung eines jährlichen Wirtschaftsplanes mit Einschlags- und Verjüngungsmaßnahmen, Kulturpflege, Wegebau sowie die Kontrolle von Wildschutzzäunen auf Funktionstüchtigkeit. „Grabow ist eine traditionsreiche Forststadt und deshalb ist es wichtig, dass wir als Landesforst in der Kommune auch verankert sind“, so Manfred Baum. Dabei gehe es nicht nur um die Frage der Betriebswirtschaft, dass die Zahlen stimmen. Es gehe dabei auch um die Frage des Vertrauens in der Zusammenarbeit zwischen Landesforst und Stadt. Bei der Vertragsunterzeichnung waren neben Dr. Holger Voß, dem Leiter des Forstamtes Grabow, auch Michael Peter anwesend. „Der Sachbearbeiter für Hoheit, Liegenschaften und A 14 wird Ansprechpartner für die Stadt sein und in allen Bereichen des Forstvertrages der Stadt beratend und helfend zur Seite stehen“, erklärte Manfred Baum.

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