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Geschichte des ehemaligen Holzbarackenlagers soll erhellt werden : Forschen im Dunkel um Reiherhorst

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Die Geschichte des ehemaligen Holzbarackenlagers "Reiherhorst", an der B 106 zwischen Ludwigslust und Wöbbelin liegt noch weitgehend im Nebel. Nun wird an einer neuen Ausstellung gearbeitet, um die Schleier zu lüften.

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erstellt am 27.Feb.2013 | 07:17 Uhr

wöbbelin | Die Geschichte des ehemaligen Holzbarackenlagers "Reiherhorst", direkt an der B 106 zwischen Ludwigslust und Wöbbelin gelegen, liegt noch weitgehend im Nebel. Klar scheint inzwischen, dass es im Herbst 1944 von italienischen Militärinternierten aus Rastow gebaut worden war. Das sagt Ramona Ramsenthaler, die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Aber wozu es gedient hat und was mit ihm geplant war - darüber gibt es bisher keinen Aufschluss. War es vielleicht dem damaligen Reichsarbeitsdienst zugeordnet? Oder hatte gar die so genannte Organisation Todt ihre Hände im Spiel? Sie diente der baulichen Realisierung von Schutz- und Rüstungsprojekten.

Auch Anschlussgleis der Bahn gibt bisher Rätsel auf

Auch das Anschlussgleis der Bahn, das von der Strecke Schwerin-Ludwigslust abzweigte und das ins Lager führte, gibt bisher Rätsel auf. Was war sein Zweck? Die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Wöbbelin weist noch viele dunkle Flecken auf, die in den nächsten Monaten klareren Konturen weichen sollen.

Seit Dezember 2012 wird in den Mahn- und Gedenkstätten an einer neuen Ausstellung gearbeitet. Sie soll den aktuellen Forschungsstand widerspiegeln, den zeitgemäßen Einsatz neuer Medien gewährleisten und den neuesten didaktischen Anforderungen entsprechen. Es wird eine interaktive Ausstellung werden. "Wir können viel Hilfe gebrauchen, um die Ereignisse der damaligen Zeit zu erhellen", sagt Ramona Ramsenthaler. Vieles ist auch schon im Ludwigsluster Stadtarchiv und im Landeshauptarchiv Schwerin gefunden worden.

Die Forschungsarbeit verlangt oftmals kriminalistisches Gespür. Quer denken hilft zum Beispiel, wenn man dadurch aus den Akten der Forstverwaltung zum Beispiel über den Holzeinschlag auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers liest. Für die Forschungsarbeiten zur neuen Ausstellung, die voraussichtlich 2014 fertig gestellt wird, gibt es Fördermittel über die Lokale Arbeitsgruppe "Leader", kofinanziert von der Landeszentrale für Politische Bildung, ausgereicht vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu). "Die Ausstellung muss das Fundament für den Auftrag der KZ-Gedenkstätte, den Opfern ein Gesicht zu geben, bilden", unterstreicht Ramona Ramsenthaler.

Die erste Dauerausstellung zum KZ Wöbbelin wurde 1965 in den Räumlichkeiten des Theodor-Körner-Museums eröffnet. 1995 war die Eröffnung der Dokumentationsausstellung "Zehn Wochen KZ Wöbbelin". Im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen (Erneuerung der Elektrik, der Heizung und der Alarmanlage sowie Wärmedämmung in den beiden Ausstellungsräumen und im Kommunikationsraum) wurde diese Ausstellung im Februar 2012 abgebaut, da sich die Platten schon von den Wänden gelöst hatten.


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