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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 16:09 Uhr

ludwigslust : Förderschule - und was dann?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wer die Förderschule abschließt, steht ohne Berufsreife da / Diese Elf machen ein freiwilliges zehntes Jahr - für den Hauptschulabschluss

Josi will beim Wachschutz arbeiten. Franzi will Bäckerin werden und Domenic Maler. Die drei gehören zu den elf Schülern der Klasse 10 BR1 der Pestalozzi-Förderschule in Ludwigslust. Anders als die meisten Förderschüler, die gewöhnlich die Schule nach der neunten Klasse ohne Berufsreife verlassen, hängen sie ein Jahr an und lernen für den Hauptschulabschluss.

Das zehnte freiwillige Jahr an Förderschulen war bisher nur an Modellschulen möglich. „Ab diesem Schuljahr soll es flächendeckend in ganz MV eingeführt werden“, erklärte Bildungsminister Mathias Brodkorb vor diesem Schuljahr. „Damit sollen so viele Schüler wie möglich die Chance zu einem anerkannten Schulabschluss bekommen. Das neue Angebot richte sich an Mädchen und Jungen mit dem Förderschwerpunkt Lernen, deren Entwicklung erwarten lässt, dass sie mit zusätzlicher Unterstützung den Abschluss der Berufsreife erreichen.

In der Ludwigsluster Pestalozzi-Schule arbeitet man auf dieses Ziel schon seit Jahren hin. Kathrin Rackow, Klassenlehrerin der 10 BR1, unterrichtet ihre Klasse bereits seit dem siebten Schuljahr. „Wir haben die guten Förderschüler in dieser sogenannten Vorlaufklasse zusammengebracht“, sagt sie. „Sie wussten also schon früh, dass sie die Chance haben werden, den Hauptschulabschluss zu machen.“ Nicht alle sind dabei geblieben. Dafür sind andere dazu gekommen. „Die, die jetzt hier lernen, die wollen das auch“, sagt Kathrin Rackow. Es sei wie in jeder 10. Klasse: „Mal strengen sie sich an. Mal stöhnen sie, weil sie es total uncool finden, nach der Schule zuhause auch noch Hausaufgaben zu machen statt mit Freunden abzuhängen.“

Ob Domenic nächstes Jahr wirklich eine Malerlehre beginnt und Josi ihren Traum vom Wachschutz wahr macht? SVZ wird die 10 BR1 auf ihrem Weg zum Schulabschluss begleiten. Dabei sein, wenn sie sich auf Prüfungen vorbereiten, Berufspraktika machen, Bewerbungen formulieren und besondere Unterrichtsstunden anstehen. Das nächste Mal nimmt uns ein Schüler mit zur „Praktischen Arbeit“. Alle zwei Wochen verbringen die Mädchen und Jungen einen ganzen Schultag im Betrieb. Den haben sich die Schüler übrigens ganz allein ausgesucht.

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