Ludwigslust : Förderschule kämpft mit Platzproblemen

Schulleiter Andreas Kluß (r.), Yvonne Mirow und Torsten Zarnikow im Schulgarten der Förderschule An der Bleiche.  Fotos: Mick
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Schulleiter Andreas Kluß (r.), Yvonne Mirow und Torsten Zarnikow im Schulgarten der Förderschule An der Bleiche. Fotos: Mick

Steigende Schülerzahlen erfordern mehr Unterrichtsräume. Drei Varianten in der Diskussion. Für Aufbau eines Containermoduls müsste der Schulgarten weichen

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13. Februar 2018, 07:00 Uhr

Die Ludwigsluster Schule An der Bleiche mit Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ plagen Platzprobleme. Die Zahl der Kinder, die hier betreut und unterrichtet werden, wird in nächster Zeit eher nicht zurückgehen – die Schule braucht mehr Räume. Um dieses Problem zu lösen, gäbe es mehrere Varianten, die Rainer Pekram auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses Bildung, Kultur und Sport des Landkreises Ludwigslust-Parchim vorstellte. „Möglich wäre es auf dem Gelände der Schule einen Schulmodulbau hinzusetzen, der den Raumbedarf decken kann“, sagte der Fachdienstleiter Bildung, Kultur und Sport des Kreises. Eine weitere Variante wäre ein Aufbau auf dem Dach der Sporthalle, in dem zwei Räume entstehen könnten, eine dritte Variante befasst sich mit der Möglichkeit, in einem Flachbau in der Ludwigsluster Kanalstraße über eine Immobilienfirma drei Räume à 50 Quadratmeter anzumieten.

„Ein Modulbau für Kinder mit Förderbedarf wäre wohl die letzte aller Lösungen“, sagte Ausschussmitglied Gerd Laudon. Er war jahrzehntelang Leiter der Förderschule An der Bleiche. Er würde es begrüßen, einen Anbau auf dem Dach des jetzigen Schulgebäudes zu errichten. Ob solch ein Vorhaben von der Statik her machbar sei, werde baurechtlich durch Diplomingenieur Arne Raube, Sachbearbeiter Gebäudeverwaltung beim Landkreis, geprüft, informierte Rainer Pekram. „Bei einem Modulbau würde aber der Schulgarten wegfallen, der für die Kinder ein wichtiges Lehrmittel ist. Dieses Modul ist aus meiner Sicht nicht nur unschön, sondern bringt auch eine Verschlechterung der Lernbedingungen für die Kinder mit sich“, argumentiert der erfahrene Pädagoge Gerd Laudon.

Ähnlich sieht es auch Andreas Kluß, kommissarischer Schulleiter der Schule An der Bleiche. „Wenn die Lösung mit dem Modulbau auf dem Schulgarten kommt, wäre das ein deutlicher Einschnitt in die Unterrichtsqualität unserer Kinder.“ Yvonne Mirow, deren Tochter hier in Ludwigslust lernt, sieht das als Mitglied des Elternrates der Förderschule genauso. „Die Kinder brauchen ihren Platz und ihren Freiraum auf dem Schulhof und im Schulgarten. Ein Schulgarten ist etwas sehr Seltenes geworden, es gibt ihn nur noch an wenigen Schulen“, so Yvonne Mirow. In einem Schulgarten lernen Kinder das Wachstum von Obst, Blumen und Gemüse direkt kennen und erfahren, was passiert, bevor diese Produkte im Supermarkt angeboten werden. Im Schulgarten lernen sie, was von der Saat, über Pflege und Ernte alles dazugehört, um ein Produkt verarbeiten zu können. „Gerade für Kinder mit starker Seh- und geistiger Behinderung ist der Schulgarten sehr wichtig, denn sie können auch bei Saat, Pflege und Ernte mitwirken und alles aus dem Schaugarten ertasten, riechen oder schmecken“, ergänzt Torsten Zarnikow, Vorstandsmitglied im Landeselternrat MV.

Andreas Kluß: „Wir sind schon seit Jahren mit unseren Schülerzahlen über dem Limit, aktuell lernen bei uns 96 Schüler, zwischenzeitlich waren es schon mal 105 Kinder, die aus einem großen Einzugsbereich kommen, der von Ludwigslust bis Dömitz reicht. Wir haben viele Voranmeldungen für die Unterstufenklassen. Ursprünglich war das neue Turnhallengebäude für zwei Etagen gedacht. Günstiger als ein Modulbau wäre es dann, neue Räume anzumieten. Aber nur dann, wenn diese auch so ausgestattet würden, dass dort der Fachunterricht, wie Werken und Informatik, stattfinden kann. Ansonsten müssten die Schüler dann zu uns an die Schule zurückkommen.“

Yvonne Mirow würde es indes begrüßen, wenn der Landkreis auch andere Stellflächen für die Container berücksichtigen würde. „Es gibt ein angrenzendes Grundstück, was schon über längere Zeit nicht mehr genutzt wird, aber Platz für die beiden erforderlichen Container bieten würde.“ Entschieden sei aber noch nichts, so Rainer Pekram gestern gegenüber SVZ.

„Alle drei Varianten sind noch in der Prüfung, bis zum Beginn des nächsten Schuljahres eine Entscheidung zu haben, wäre schon gut. Im März wird sich der Bildungsausschuss zu einer Sondersitzung in der Förderschule An der Bleiche mit dem Fachdienst treffen, um sich den Standort nochmal genau anzuschauen.“

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