ludwigslust / parchim : Flüchtlingen helfen, nur wie?

Hilfe willkommen: Verwaltung und Bürger wollen Flüchtlingen im Landkreis Ludwigslust-Parchim helfen, im Internet bündelt der Kreis die Möglichkeiten und zeigt, wo aktuell Engagement gefragt ist.
Hilfe willkommen: Verwaltung und Bürger wollen Flüchtlingen im Landkreis Ludwigslust-Parchim helfen, im Internet bündelt der Kreis die Möglichkeiten und zeigt, wo aktuell Engagement gefragt ist.

Landkreis bündelt Informationen und Möglichkeiten für Engagement in seinem Internet-Auftritt

von
30. September 2015, 07:00 Uhr

Derzeit befinden sich mehr als 1000 Flüchtlinge und Asylbewerber in Obhut des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass deren Anzahl im Landkreis bis zum Jahresende auf mindestens 1600 ansteigen wird. Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, aus Eritrea, der Ukraine, dem Kosovo und anderen Ländern. Die Frauen, Kinder und Männer menschenwürdig unterzubringen und zu versorgen, ist ein Kraftakt für alle, für Mitarbeiter der Kreisverwaltung wie für Städte, Dörfer und viele spontane freiwillige Helfer.

Dass angesichts der kurzfristig zu organisierenden Aufnahme und der zahlreichen Hilfsangebote Pannen passieren können, lässt sich kaum vermeiden. Der Aufregungspegel scheint zu steigen.

Wo finden Bürger, die helfen wollen, die nötigen Informationen?

Ein Schritt, Frust und vergebliche Hilfe zu vermeiden, ist der gebündelte Internetauftritt des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Kreissprecher Andreas Bonin: „Wir wollen Antworten für die am häufigsten gestellte Frage anbieten: Ich möchte helfen, wohin kann ich mich wenden?“ Die Internetadresse finden Sie rechts.

Außerdem hat sich vor zwei Wochen ein Netzwerk Flüchtlinge in Parchim gegründet. „Gemeinsam mit engagierten Parchimer Bürgern, Vereinen, Verbänden etc. möchten wir die Betreuung und Integration der Flüchtlinge langfristig ausbauen und bestehende Strukturen unterstützen“, sagt Jana Haak für die vier Gründungsmitglieder. Seit Jahren aktiv ist auch der Parchimer Integrationsbeirat. Kreissprecher Andreas Bonin: „Dieses wie auch das freiwillige Engagement zahlreicher freiwilliger Helfer z.B. in der Tennishalle Parchim ist sehr willkommen.“

Wer als einzelner Bürger aber einfach nur spontan helfen will, kann dies tun. Andreas Bonin empfiehlt, sich vorher zu informieren. Beispiel Notunterkünfte: Hier wird gern Hilfe angenommen in Form von Sachspenden und aktiver Hilfe für die Betreuung der Flüchtlinge vor Ort. Wer Sachspenden hat, kann sie direkt an den Notunterkünften abgeben. Wer aktiv helfen möchten, wendet sich an die Betreiber und Betreuer vor Ort.

Wo kann man Sachspenden abgeben?

Für den Bereich Parchim ist das die vom Jugendförderverein Parchim/Lübz betriebene Notunterkunft in Dargelütz. Spenden werden dort montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr und freitags bis 14 Uhr angenommen. Kreissprecher Andreas Bonin: „Dringend gesucht wird warme Kleidung, Unterwäsche und Schuhe für Kinder, Säuglinge, Frauen und Männer. Gefragt sind aber auch Decken, Handtücher, Spielsachen, Bilderbücher, Schreibutensilien, Windeln, Hygieneartikel.“ Diese Spenden können auch zu den Öffnungszeiten bei der Kreisverwaltung in der Putlitzer Straße abgegeben werden.

Wer einfach nur irgendwie helfen will...

...bei der sozialen Betreuung, der Kommunikation oder bei der Einrichtung und Bewirtschaftung der Unterkünfte findet auf der Internetseite ein Helferformular. Das erleichtert den Organisationen die Planung. Auch aktuelle Hilfegesuche, z. B. ehrenamtliche Helfer für die Essenausgabe in Dargelütz, finden sich im Hilfeticker.

Der vom Landkreis eingerichtete Verwaltungsstab Flüchtlingshilfe: „Wir brauchen dringend Ihre Hilfe, sei es bei der sozialen Betreuung, der Kommunikation oder bei der Bewirtschaftung der Unterkünfte. Nur gemeinsam können wir diese große Aufgabe bewältigen.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen