Neustadt-Glewe : „Flüchtlinge sind Chance für uns“

Auftakt für das Netzwerk im Bundeswirtschaftsministerium: Christian Rosenkranz steht unmittelbar hinter Minister Sigmar Gabriel (Bildmitte).
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Auftakt für das Netzwerk im Bundeswirtschaftsministerium: Christian Rosenkranz steht unmittelbar hinter Minister Sigmar Gabriel (Bildmitte).

Start für bundesweites Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ in Berlin / ibu gmbh Neustadt-Glewe ist Gründungsmitglied

svz.de von
11. März 2016, 21:00 Uhr

„Eine Million Flüchtlinge sind meiner Ansicht nach eine Million Chancen für Deutschland.“ So Christian Rosenkranz, Geschäftsführer der „institut für berufsbildung und umschulung gmbh“ (ibu) in Neustadt-Glewe.

Der Eichensaal im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin: 22 Vertreter von Unternehmen aus ganz Deutschland trafen sich hier jetzt mit Minister Sigmar Gabriel und dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Dr. Eric Schweitzer, zur Gründungsveranstaltung des bundesweiten Netzwerks „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“. Dabei auch Christian Rosenkranz als einziger Vertreter aus MV. Das Netzwerk, dem über 300 Gründungsunternehmen angehören, will das Engagement der Firmen vor allem für Praktikum, Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen unterstützen.

Ibu in Neustadt-Glewe unterstützt die Integration bereits seit vielen Monaten. Christian Rosenkranz: „Wir haben mit Geldern der Mitglieder unseres Gewerbevereins einen Sprachkurs und erste Praktika für 20 Flüchtlinge organisiert und durchgeführt.“ Wichtig sei, dass die Flüchtlinge nicht nur unsere Sprache lernen, sondern auch Leben und Kultur in Deutschland sowie ganz alltägliche Dinge kennen lernen, damit sie sich zurecht finden. „Die stärkste und wichtigste Integrationskraft sind nicht Unternehmen als Großes, sondern die Menschen, die dort arbeiten“, sagt Rosenkranz. „Wenn sie den Flüchtlingen zeigen, wie dieses oder jenes gemacht wird, sie vielleicht auch mal zu sich einladen, dann ist das Integration.“

Keine leeren Worte, wie auch die Tatsache zeigt, dass ibu eine Wohngruppe für 17 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet hat. Hier gibt es für sie inzwischen einen Tischtennis-Raum und Fußballkicker. Ausflüge werden organisiert, wofür man einen Kleinbus gekauft hat. In einer kleinen Tischlerwerkstatt können Flüchtlingskinder ebenso wie Erwachsene ihre Fähigkeiten testen. Die Kinder bzw. Jugendlichen können nach der Schule nachmittags in der Werkstatt Holz bearbeiten oder sich auch mit den regulären Umschulungsangeboten der ibu gmbh vertraut machen (Zahntechnik, Landwirtschaft).

„Es kommt darauf an, ihre Fähigkeiten und Interessen herauszufinden. Nur so erzielen wir eine Nachhaltigkeit für den Arbeitsmarkt und bereiten die Flüchtlinge auf ein selbstbestimmtes Leben in eigener Kompetenz vor, in dem sie eigenes Geld verdienen können.“

Darin sieht der ibu-Geschäftsführer auch eingangs erwähnte Chancen für Deutschland. Über all das berichtet Christian Rosenkranz beim Treffen in Berlin und merkt auch an, dass es auch aufgrund guter Informationspolitik durch den Landrat und die Neustädter Bürgermeisterin keine fremdenfeindlichen Aktivitäten in Neustadt-Glewe gibt.

Christina Mersch, DIHK-Projektleiterin des Netzwerks „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“, gestern gegenüber SVZ: „Wir haben die ibu gmbh auch deshalb zu dem Treffen eingeladen, weil es sich um ein relativ kleines Unternehmen handelt, in dem mit sehr viel persönlichem Engagement für die Integration von Flüchtlingen gearbeitet wird. Uns hat auch sehr beeindruckt, dass man dort offen dazu steht, was leider nicht überall so ist.“


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