Protest auf der Elbe : Floßtour gegen Kohlekraftwerk

Wollen Mitstreiter für die Blockade im Hamburger Hafen  am 10. Mai auf ihrer Protest-Floßtour gewinnen: Daniel Häfner, Günther Bock und Stefan Schneider (v.l.n.r.). Foto: hasz
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Wollen Mitstreiter für die Blockade im Hamburger Hafen am 10. Mai auf ihrer Protest-Floßtour gewinnen: Daniel Häfner, Günther Bock und Stefan Schneider (v.l.n.r.). Foto: hasz

Im Dömitzer Hafen nahm der Protest der Initiative "gegenStrom 13" gegen die Stromerzeugung mit Steinkohle einen bewusst gewählten Anfang. Die sechs Aktivisten demonstrieren gegen Strom durch Kohle.

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02. Mai 2013, 06:47 Uhr

DÖMITZ | Im Dömitzer Hafen nahm der Protest der Initiative "gegenStrom 13" gegen die Stromerzeugung mit Steinkohle einen bewusst gewählten Anfang. Die Nähe zum niedersächsischen Wendland und dem atomaren Zwischenlager Gorleben gab den Ausschlag, um dort das Floß vom Trailer ins Wasser zu lassen. Dömitz erschien für die Protestler mit dem Sportboothafen und den Versorgungsmöglichkeiten vorteilhafter als Orte auf der anderen Seite der Elbe.

Die insgesamt sechsköpfige Besatzung der Protestinitiative will auf den rund 130 Elbkilometern bis in den Hamburger Hafen nicht allein in Dömitz, sondern auch in den Sportboothäfen Hitzacker, Neu Darchau, Lauenburg und Geesthacht möglichst viele Hobbyschiffer und Einheimische motivieren, sich am 10. Mai, dem Tag der Einlaufparade zum Hamburger Hafengeburtstag, "gemeinsam gegen Strom durch Kohle" zu protestieren. Im Hamburger Hafen soll sich auf dem Wasser ab 15.30 Uhr in Höhe der Landungsbrücken eine bereits genehmigte Blockade gegen das Vattenfall-Kohlekraftwerk Moorburg formieren. Das Werk soll im kommenden Jahr ans Stromnetz gehen. Beginnt dort die Produktion von Strom, so die Informationen auf einem mit der Homepage der Initiative identischen Infoblatt, würden bis zu neun Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr in die Umwelt ausgestoßen, was allein Hamburgs Emissionen mehr als verdoppeln würde.

Die Floßbesatzung mit den beiden Cottbussern Daniel Häfner und Stefan Schneider sowie dem Hamburger Günther Bock und weiteren drei Mitstreitern protestiert in der Initiative "gegenStrom 13" insbesondere gegen die Einfuhr kolumbianischer Steinkohle. Die werde nach ihrer Auffassung unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen im Tageabbau gewonnen, um damit auch auf dem florierenden europäischen Strommarkt die Gewinnmargen der Energiegiganten zu maximieren, erklärt Häfner.

Auf dem Floß haben sich die Protestler spartanisch eingerichtet. Mit vier Euro Tageszuschuss versuchen sie auszukommen. Das Floß selbst ist mit einem Außenbordmotor und einer Photovoltaikfläche bestückt. Mit der eingefangenen und in Strom umgewandelten Sonnenenergie werden Computer betrieben und die Mobiltelefone elektrisch aufgeladen. Der Rest ist mehr als schlicht. Selbst das Protesttransparent ist ein großes Laken - handbemalt. "Wenn es fürs Übernachten doch noch zu kalt auf dem knapp überdachten Floß werden sollte, dann bleibt nur noch der Rückzug in Überlebenszelte an einer hoffentlich geschützten Uferstelle", hofft Bock, dass der Frühling sich nun auch nachts bemerkbar machen wird.

Für die gesamte Aktion hat die Initiative knapp 1000 Euro eingerechnet, wobei die Transporte in den Dömitzer Hafen und der Rücktransport vom Hamburger Hafen zum Liegeplatz im Jadebusen die größten Brocken darstellen.

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