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Ludwigsluster Tageblatt

22. September 2017 | 08:23 Uhr

Ludwigslust : Flöten und Lauten in Harmonie

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ludwigsluster Schlosskonzerte sind eröffnet/ Auftakt mit dem Duo „La Vigna“ aus Dresden/ Kostbare Angéliques jetzt im Schloss

svz.de von
erstellt am 18.Mai.2014 | 13:26 Uhr

Dieser Auftakt der Ludwigsluster Schlosskonzerte 2014 war Sonnabend ein furioser und der Tradition folgender Start in die junge Saison. Flötistin Theresia Stahl erfüllte die katholische Kirche mit glänzend gespielten Kompositionen des Barocks von Arcangelo Corelli (1653-1713) und Francesco Barsanti (1690- 1772) – Stars dieser Epoche. Das Konzert bot ebenso einen Querschnitt anspruchsvoller Musiken bedeutender Komponisten jener Tage, wie Daniel Purcell oder Aurelio Virgiliano.

Zwei besonders kostbare Lauten, sogenannte Angéliques, befinden sich seit wenigen Tagen im Ludwigsluster Schloss, wie der Musikalische Leiter der Schlosskonzerte, Dr. Matthias Irrgang, vor dem Konzert informierte. Weltweit gebe es lediglich vier dieser wegen ihres Wohlklangs auch als Engelslauten bezeichneten Instrumente.

Virtuos von der Flötistin intoniert und wohl der musikalische Höhepunkt des Konzertabends, war ihr Vortrag der Sonate Nr.3, Opus 5 von Arcangelo Corelli im fließenden Wechselspiel von tragendem Adagio und munter klingendem Allegro. Ihr Ehemann Christian Stahl begleitete die Vollblutflötistin durch das Konzert in einer stets auf Harmonie sinnenden Lautenmusik. Sein Vermögen, eine Barocklaute und eine Theorbe, die als Fossile des Musizierens gelten, begleitend klingen zu lassen, war überhaupt die notwendige Beigabe für das brillante, 90-minütige Konzert.

Zwischen den Konzertstücken brachte der Absolvent für Alte Musik und Laute der Hochschulen für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden und „Felix Mendessohn Bartholdy“ in Leipzig dem Publikum die vielfältigen Formen von Lauten und deren Geschichte näher. Sein für die Zuhörer erstaunliches Fazit: Nur mit der Laute ist es möglich, die Töne zu erzeugen, wo sie entstehen – im Gegensatz zur Gitarre. Und es gebe keine Baunorm für die eine, die einzige, die richtige Laute. Selbst die Definition von Laute und Theorbe führe bis heute immer wieder zu Diskussionen unter Experten. Deshalb sei eben unmöglich das Lautenspiel zu beherrschen, man erreiche eine gewisse Klasse, jedoch nicht Vollkommenheit. Es handle sich beim Lautenspiel auch nicht um Musik im klassischen Sinne, sondern um die Begrifflichkeit der Alten Musik.

Wie zeitlos barocke Klänge in der Welt der klassischen Musik der Moderne anregend klingen können, das demonstrierte die begnadete Flötistin mit ihrem Spiel auf der Voice-flute, einer um 1730 aufkommenden, in D-gestimmten Flöte. Aus der Suite Nr. 4 in e-Moll von Charles Dieupart zelebrierte Theresia Stahl den Vortanz (Allemande), den gemäßigten Schreittanz (Courante), dem temporeicheren Tanz (Courante) und dem höfischen Rundtanz (Gavotte).

Was dem Wohlklang dieses Barockkonzert par excellence jedoch nicht gut tat, war der Umstand, dass ein Pulk Konzertbesucher noch vor der verlangten Zugabe den Konzertort fast fluchtartig und geräuschvoll verließ.

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