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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 04:10 Uhr

Grabow : Floerke und Reuter nun wieder eins

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kleinplastik auf dem Kirchenplatz in Grabow ist das erste Standbild in der Reihe „Kunst im Raum“/ Guste Trahn soll im Herbst folgen

Sie sind als Freunde wiedervereint und stehen seit gestern Mittag auf dem Kirchenplatz zwischen Kirche und Rathaus: Der langjährige Grabower Bürgermeister Dr. Franz Floerke und der Dichter Fritz Reuter. Allerdings nur in Bronze und als Skulptur. Gestern Mittag enthüllte der Grabower Bürgermeister Stefan Sternberg gemeinsam mit Künstler Bernd Streiter aus dem brandenburgischen Mödlich das Kunstwerk.

Die Plastik, die den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Grabow Dr. Franz Floerke und den berühmten Mecklenburger Heimatdichter Fritz Reuter darstellt, bildet als erstes Standbild den Auftakt des Projektes „Kunst im Raum“, welches bedeutende Aspekte der Grabower Stadtgeschichte im öffentlichen Raum inszeniert.

Floerke und Reuter kennen sich bereits aus ihrer gemeinsamen Schulzeit am Parchimer Gymnasium, und in verschiedenen Dichtungen von Fritz Reuter spielen sowohl Franz Floerke als auch die bunte Fachwerkstadt immer wieder eine Rolle. Grabow ist zudem ein Ort, an dem sich die beiden Jugendfreunde immer wieder begegnen. So auch 1839, als Fritz Reuter auf dem Weg zur Festung Dömitz bei Floerke im Grabower Ratskeller zu Gast ist. Im 25. Kapitel seiner „Festungstid“ erzählt Reuter von dieser Begegnung: „Un dese Stimm hadd ick vör acht Johr tau’m letzten Mal hürt … Gun Abend, Franz!’ röp ick ut den Wagen, ,täuw noch en beten!’ – Un as ick nu mit minen Schandoren tau Rum un gegen’t Licht kamm, freu’te de olle Knaw sick ordentlich un verget ganz, dat hei Burmeister was un ick Delinquent…“

Alles begann vor gut drei Jahren, als die Idee zu diesem Projekt „Kunst im Raum“ entstand. Dem Bauausschuss der Stadt wurden damals drei Kohlezeichnungen vom Künstler Bernd Streiter vorgestellt. „Nun ist das erste Projekt unserer Reihe ,Kunst im Raum‘ vollendet“, so der Grabower Bürgermeister. „Eigentlich sollte der Auftakt dieser Reihe in Grabow die Skulptur von Guste Trahn sein, das Gipsmodell der berühmten Grabowerin, gefertigt ebenso von Bernd Streiter, stand lange im Foyer des Rathauses und hat nun seinen Platz im Zimmer des Ältestenrates im Rathaus gefunden. Aber wir haben uns als Stadt dann doch entschlossen, zuerst die Skulptur Floerke und Reuter aufzustellen.“

An dieses gesellige Zusammentreffen der beiden Freunde von 1839 soll nun diese Kleinplastik erinnern und sie hat am Kirchenplatz einen würdigen Standort erhalten. Aus diesem Anlass wurden gestern auch Gedichte up Platt vorgetragen, von drei jungen Mitgliedern der Plattdeutschgruppe von Elisabeth Stolzenburg.

Der Künstler Bernd Streiter hätte sich sicher auch eine Plastik in Lebensgröße vorstellen können, aber letztlich hat ihn das Konzept der Stadt überzeugt, an mehreren Standorten der Stadt bis zu fünf verschiedene Skulpturen dieser Größe aufzustellen. Stefan Sternberg: „Wir hoffen dann im Herbst dieses Jahres die Skulptur von Guste Trahn aufstellen zu können.“ Sie war ein Original und eine Bereicherung im Grabower Alltag. Sie hatte, wie man heute sagen würde, eine Marktlücke entdeckt, indem sie in Grabows Straßen die Pferdeäpfel auffegte und daraus ein gut florierendes Geschäft machte.

„Als Standort der Skulptur würde sich der Pferdemarkt eignen“, ergänzt Stefan Sternberg. Für das Projekt Guste Trahn sind schon allerhand Spendengelder eingegangen und darüber hinaus hofft die bunte Stadt an der Elde über die Ehrenamtsstiftung noch eine Förderung zur Finanzierung des Vorhabens zu bekommen.

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