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Ludwigsluster Tageblatt

24. August 2017 | 07:05 Uhr

Ludwigslust : Flaschen, Windeln und viel Quark

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bei erster gemeinsamer Putzaktion in der Stadt förderten Helfer Unmengen Müll zutage / Vor allem Kinder und Jugendliche aktiv

„Janna, da ist noch ganz viel drin.“ Svane zeigt auf eine kleine Baumgruppe. Die Zehnjährige kämpft sich durch das Geäst und kommt mit verknautschter Folie, einer alten Zigarettenschachtel und einem Brett wieder heraus. Matthias Söchting, stellvertretender Jugendwart bei der Freiwilligen Feuerwehr Techentin, erwartet sie schon. Gemeinsam stecken sie den Müll in einen roten Sack. Aus einer anderen Richtung kommt Marietta heran. Die Neunjährige hat mehrere Silikontuben im Arm.

Jetzt ist der erste Sack schon voll. Dabei streifen Janna, Svane, Marietta und Jannes, ihr Kamerad von der Floriangruppe, erst seit knapp einer Stunde am Waldrand entlang. Sie sind dem Aufruf der Stadt gefolgt, die erstmals alle Ludwigsluster zum Frühjahrsputz aufgerufen hatte. Die jungen Techentiner sind aber bereits erfahrene Müllsammler. Sie hatten sich schon in den Vorjahren – ohne Aufruf – auf Abfallpirsch begeben. „Ich finde es wichtig, dass der Wald aufgeräumt wird“, sagt Janna. „Wenn Tiere etwas von dem Abfall aufnehmen, können sie daran ersticken.“ Und schön anzusehen, sei es auch nicht.

Insgesamt rund 60 Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus Techentin, Ludwigslust, Hornkaten und Kummer haben sich am Sonnabend an verschiedenen Stellen zum Frühjahrsputz aufgemacht. Doch leider bleiben sie dabei weitestgehend allein. An den insgesamt elf Sammelpunkten in der Stadt und den Ortsteilen sind neben Verwaltungsmitarbeitern nicht einmal 20 Bürger zusammengekommen. „Ich bin enttäuscht, dass nicht mehr Leute da sind“, sagte Rudolf Wendl. Der Ludwigsluster ist der Einzige, der sich in der Helene-von-Bülow-Straße zu Stadtmitarbeiterin Sylvia Krischke gesellt hat. Nach einer Stunde sind schon drei Säcke gefüllt und noch immer liegt auf der Wiese reichlich Unrat. „Ich möchte ein schönes Ludwigslust haben, weil ich mich nur wohlfühle, wenn es sauber ist“, sagt der 70-Jährige zu seiner Motivation. Er ergänzt aber, dass er Ludwigslust sehr sauber finde, die Reinigung gut geregelt sei. Es gebe nur hier und da ein paar unordentliche Ecken. Einigen davon waren bereits am Donnerstag und Freitag Schüler fast aller Ludwigsluster Schulen zu Leibe gerückt.

Gegen Mittag treffen sich viele der Helfer auf dem Schlossplatz, wo Edeka Prill mit Bratwurst für eine Stärkung sorgt. Nebenbei wird darüber diskutiert, wer wo was gefunden hat. Flaschen, Folien, Bonbonpapier, Dosen und Zigarettenschachteln lagen fast überall herum. Aber auch Gardinen, Schläuche und Windeln brachte die Aktion zutage. Die Kummeraner Jugendfeuerwehrleute erzählen mit einer Mischung aus Ekel und Fassungslosigkeit von einem ihrer Funde. Im Wald an der Straße zwischen Kummer und Göhlen haben sie einen Zehn-Liter-Eimer mit Speisequark gefunden. Wie lange er dort schon lag, weiß keiner. Lange genug jedenfalls, um schon ordentlich zu stinken.







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erstellt am 07.Apr.2014 | 07:00 Uhr

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