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Zierzow : Flachspiegelbrunnen für die Feuerwehr gestrichen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Haushaltskonsolidierung zwingt Gemeinde Zierzow zu schmerzhaften Einsparungen im Etat für 2017

von
erstellt am 07.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Für die Feuerwehr in Zierzow wird das Wasser knapp – dieses Szenario könnte in Zukunft bei großen Einsätzen auftreten, so Zierzows Bürgermeisterin Cornelia Wiedow. „Wir hatten vorgesehen, Mittel in unseren aktuellen Haushalt für zwei Flachspiegelbrunnen zur Wasserversorgung unserer Feuerwehr einzustellen. Einen in der Ortslage Kolbow und einen in Zierzow, Kostenpunkt je rund 12000 Euro. Wir haben nur einen Löschteich, das reicht bei weitem nicht aus, wenn es mal ein richtig großes Feuer zu bekämpfen gibt“, so Cornelia Wiedow.

Weil der Ergebnishaushalt der Gemeinde nicht ausgeglichen ist, befindet sich Zierzow in der Haushaltskonsolidierung. Im Zuge der 1. Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzeptes muss Zierzow deshalb kräftig sparen – und so fielen auch die Brunnen für die Feuerwehr dem Rotstift zum Opfer. „Unsere Wehr ist eine Feuerwehr mit besonderen Aufgaben, die Aufrechterhaltung des Brandschutzes ist Pflichtaufgabe der Gemeinde. Aber dennoch haben wir die Ausgaben für die Wehr in den vergangenen Jahren immer weiter heruntergekürzt. Unsere Einsatzfähigkeit ist gerade so gesichert“, erklärt Cornelia Wiedow, die seit 1994 Bürgermeisterin der Gemeinde ist. „Unser Finanzhaushalt muss ausgeglichen sein, deshalb die Einsparmaßnahmen. Gewerbesteuern, die wir in Höhe von 32  000 Euro für 2016 zurückzahlen müssen, fehlen natürlich auch im Haushalt.“ Die finanzielle Lage der Gemeinde Zierzow ist so klamm, dass die Kommune einen Kassenkredit bei der Gemeinde Kremmin aufnehmen musste. „Wir haben dort angefragt und Gemeindevertretung sowie Bürgermeister haben zugestimmt.“

Als vor zwei Jahren das Haushaltssicherungskonzept beschlossen wurde, hat die Gemeinde die Gewerbesteuer erhöht. „Im letzten Jahr haben wir dann alles an freiwilligen Leistungen heruntergerechnet. Es bleiben nur 700 Euro für die gesamte Kultur, für Zuschüsse für Vereine im ganzen Jahr.“

Aber in den letzten Jahren hat Zierzow auch viel erreicht. „Wir haben Straßen und Wege gebaut, da sind wir mit allen Maßnahmen durch, ebenso beim Thema Abwasser.“ Große Vorhaben für dieses Jahr sind nicht drin, der einzig größere Posten im Haushalt 2017 sind die Ausgaben für die Alleenpflege in Höhe von 10200 Euro.

Nochmal an die Hebesätze heranzugehen, würde bei einer Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer vielleicht rund 4000 Euro in die Gemeindekasse bringen – das ist nicht zielführend, um die Finanzsituation zu verbessern. „Zierzow ist ja kein Einzelfall, klamme Kassen haben sehr viele Kommunen. Aber wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir uns mit dem Land zusammensetzen müssen, denn trotz all dieser Einsparungen muss in der Finanzausstattung der Kommunen etwas passieren. Die Schmerzgrenze ist erreicht, und wir müssen schauen, dass wir als kleine Kommune weiterleben können.“

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