Ludwigslust : Fit machen für die digitale Welt

Die Welt der Computer muss keine unbekannte bleiben. Das Interesse am Digitalen könne bei jedem, egal, welchen Alters, geweckt werden, ist Klaus Schwerter überzeugt.
Die Welt der Computer muss keine unbekannte bleiben. Das Interesse am Digitalen könne bei jedem, egal, welchen Alters, geweckt werden, ist Klaus Schwerter überzeugt.

Klaus Schwerter entfacht bei Alt und Jung die Lust am Ausprobieren sowie Entdecken, ganz ohne Fachchinesisch und Wichtigtuerei

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18. September 2020, 05:00 Uhr

Er ist der unkomplizierte Kumpeltyp von nebenan, lässt nicht raushängen, was er so alles kann und entführt ohne Fachchinesisch sowie äußerst tiefenentspannt in die digitale Welt. Jeden, der es will. Denn Klaus Schwerter hat sich Medienkompetenz auf seine Fahnen geschrieben. Der Informatiker, der vor vier Jahrzehnten in Hamburg den ersten Studiengang dieser Art besuchte, weiß, dass vieles über Ausprobieren klappt. „Das Problem sitzt oft vor dem Computer“, sagt der 66-Jährige mit leichtem Augenzwinkern, der in Ludwigslust, Dömitz und Hagenow über die Volkshochschule Kurse anbietet. Der will, dass seine Teilnehmer im Alter von 30 bis 85 Jahren die Potenziale der weltweit verfügbaren Datenautobahn in Nutzen und Resultate umwandeln.

„Ich weiß ja ebenfalls nicht alles, gebe es auch erst gar nicht vor und das mögen die Leute, wenn sie nicht auf einen Klugscheißer treffen“, lacht der gebürtige Uelzener, den eine Freundin einst ermuntert habe, sich für die Volksbildung zu engagieren. „Weil ich so gut erklären könne, hat sie gemeint“, erinnert sich der in Kirch Jesar Beheimatete. Das sei vor zwei Jahren gewesen. Seitdem reiße das Interesse an seinen Lehrstunden, in denen es unter anderem um Windows 10, Word, Excel, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Smartphone und Tablet sowie Outlook gehe, kaum ab. „Ich habe zur Zeit 20 Kurse, für die es Wartelisten gibt“, erklärt der Computerfan. Dessen Botschaft es ist, Interesse zu wecken, statt zu resignieren. Oder gar ängstlich zu sein. „Manchmal zittern Teilnehmer vor Aufregung, können kaum noch schlafen, weil sie die Digitalisierung als etwas Bedrohliches empfinden. Ich freue mich, wenn ich ihnen die Befürchtungen und Zweifel nehmen kann“, betont Klaus Schwerter. Der sie alle, so wörtlich, „in die digitale Welt kriegen“ wolle, als eine Art Abenteuer, in dem die Erweiterung des eigenen Horizontes im Vordergrund stehe. „Besonders Ältere freuen sich wie kleine Kinder über winzige Erfolge, nehmen gern neues Wissen auf und sind stolz auf Selbstbeigebrachtes.“

Schwerter führt bei seinen Betrachtungen besonders gern Kinder ins Feld, die der Computerwelt völlig angstfrei gegenübertreten. Sich ohne Scheu ausprobierten. „Ihnen fehlt jedoch die Anwendungskompetenz. Sie wissen nicht, was im Hintergrund passiert, haben Probleme, sich zu merken, was sie getan haben.“

Unsere Gesellschaft sei zunehmend von Algorithmen geprägt. „Daher ist es zielführend, sowohl die Grundzüge des Programmierens als auch den reflektierenden Umgang mit der Folge von Anweisungen, durch die ein bestimmtes Problem gelöst werden kann, im Auge zu behalten.“ Und schwärmt im selben Atemzug vom Programmieren mit dem so genannten „Calliope mini“. Das sei ein kleines Board mit großer Wirkung und geeignet für Schulklassen. „Es zeigt, dass jeder mit ganz viel Spaß programmieren kann. So erlangen die Mädchen und Jungen spielerisch digitale Kompetenzen für den Job von morgen.“

Denn ob als Anwender oder Entwickler – die künftige sich ständig wandelnde Arbeits- und Lebenswelt erfordere genau diese. Da wir alle nicht über die zukunftserhellende Glaskugel verfügten, täten wir gut daran, uns auf die Lust für unbekannte Lerninhalte einzulassen, rät Schwerter. „Vor allem Kinder sollen sehen, dass sie selbst Akteur sein können und nicht nur Konsument“, erklärt der Mann, der digitale Bildung einfach machen will. Beispielsweise an der Grundschule Matzlow, wo er bereits Heranwachsende an das Programmieren heranführt. Damit sie sich selbstbewusst und selbstbestimmt in unserer zunehmend digital organisierten Gesellschaft bewegen können. Was ist die wichtigste Voraussetzung, um bei ihm, Klaus Schwerter, in die Höhen und Tiefen des worldwideweb entführt werden zu können? Um es besser zu verstehen, sich dort sicherer zu fühlen? Klaus Schwerter muss nicht lange überlegen und sagt nur ein Wort: „Neugierde“.

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