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Firmenchef und Mitarbeiter in Elbeflut-Not vereit

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erstellt am 11.Jun.2013 | 12:03 Uhr

Boizenburg | „Bis hier stand das Wasser bei der letzten Flut 2011“, zeigt Wolfgang Schaeffer auf den Hausabsatz seines Geschäftes. „Bau und Einkauf“ steht in blauer Schrift auf einem weißen Schild. Der 51-Jährige hält seine Händ etwa in Hüfthöhe, um zu zeigen, wo die Flut damals aufhörte zu steigen. Seit gestern ist diese Einkaufsmöglichkeit für Hobby-Handwerker und Profis geschlossen. Eine Vorsichtsmaßnahme. Denn den Wasserstands-Prognosen traue er nicht, gesteht er. Gut einen Meter hoch türmen sich Sandsäcke vor dem Eingang, Planen und Folien sichern überdies die Stufen. „Ich hoffe, dass das reichen wird“, fleht der gebürtige Grabower, der seit 1980 in der Elbestadt wohnt und arbeitet.


„In der letzten Woche hatten wir schon angefangen und dann am Freitag wieder aufgehört mit den Sicherungsmaßnahmen. Alle Mitarbeiter packen jetzt in der Not mit an, auch viele Freiwillige sind mit dabei. Denn alleine könnten wir diesen Aufwand gar nicht bewerkstelligen“, sagt Schaeffer. Die Ware im Geschäft sei gesichert, nun müsse man nur noch dafür sorgen, dass das Elbewasser draußen bleibe. „Wir liegen hier mit an einem sehr tiefen Punkt, ebenso wie das Krankenhaus“, erklärt der Wahlboizenburger weiter und weist auf das gläserne Gebäude auf der anderen Straßenseite. Auch dort sind etliche Helfer damit beschäftigt, die Sandsäcke zu Bollwerken gegen das Wasser aufzutürmen. Ein Stückchen weiter um die Ecke sind ebenfalls zahlreiche Freiwillige dabei, das Hafenbecken zu erhöhen. Selbst Polizisten, die eigentlich für Ordnung sorgen und die Gaffer verscheuchen sollen, fassen ungefragt mit an, wuchten die 15 Kilo schweren Steine auf die Mauer. Damit diese um 30 Zentimeter erhöht werden kann. Dahinter steigt das Elbewasser bereits bedrohlich. Ansonsten liegt eine Atmosphäre der Angst über der Stadt. Keiner spricht es aus, doch alle fürchten sich davor, dass die Flut die Stadt in ihren nassen Griff bekommen könnte.

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