Ludwigslust : Firmen halten ihre Fachkräfte fest

Dirk Heyden war gestern nach Ludwigslust gekommen, um gemeinsam mit Monika Abraham die aktuellen Arbeitsmarktzahlen vorzustellen.
Dirk Heyden war gestern nach Ludwigslust gekommen, um gemeinsam mit Monika Abraham die aktuellen Arbeitsmarktzahlen vorzustellen.

Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Saisonende niedriger als gewohnt / Chef der Agentur für Arbeit Schwerin, Dirk Heyden, setzt für die Zukunft auf die A14

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27. November 2014, 15:54 Uhr

Bei Monika Abraham fühlt sich der diesjährige November wie ein Oktober an. „Der saisonal bedingte Zugang an Arbeitslosen ist geringer als um diese Zeit üblich“, erklärte die Teamleiterin der Agentur für Arbeit Ludwigslust gestern. Ein Grund dafür ist der akute Fachkräftemangel: „Um ihre Fachkräfte zu halten, entlassen die Unternehmen nicht mehr so schnell saisonbedingt“, erklärte Dirk Heyden, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwerin, der gestern den Ludwigsluster Standort in der Alten Post besuchte. „Denn wer aus den Branchen, in denen es immer offene Stellen gibt, in die Arbeitslosigkeit geht, ist schnell wieder vermittelt.“ Ein zweiter Grund sei jedoch auch das bislang milde Wetter, so Monika Abraham. „Auf dem Bau ist die Saison vielfach noch nicht beendet. Im Gegenteil: Dort gibt es sogar noch Bedarf.“ Dennoch gehört die Baubranche gemeinsam mit Landwirtschaft, Fischerei, Hotel- und Gaststättengewerbe zu den Branchen, aus denen die saisonbedingten Zugänge zumeist stammen.

Von Oktober auf November ist die Zahl der Arbeitslosen im Geschäftsstellenbereich Ludwigslust um gerade einmal 16 Personen gestiegen. Damit sind hier 1686 Frauen und Männer arbeitslos, 344 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,2 Prozent und liegt damit noch unter dem Wert für den gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim (7,6 Prozent). Auffällig sei das große Gefälle innerhalb des Landkreises, so Dirk Heyden. Während die Quote im Hagenower Bereich bei 6,8 Prozent liege, seien es im Raum Sternberg 11,3 Prozent.

Große Hoffnungen setzt der Chef der Schweriner Agentur für Arbeit in die A 14. Er sei überzeugt, dass es entlang der neuen Autobahn zu vielen Unternehmensansiedlungen kommen werde – wie in der Vergangenheit an der A 20 und an der A 24, wo die Betriebe wie an einer Perlenschnur aufgereiht seien. Auch die A 14 werde eine solche Entwicklungsachse. Sie werde die A 7 entlasten und auch durch die Kreuzung mit der A 24 besonders interessant sein für Logistikunternehmen, Pharmaindustrie, Medizintechnik und die Lebensmittelbranche. Über die A 20 werde zudem der skandinavische Raum erschlossen. Und während Gewerbeflächen am Rande Hamburgs teuer und nicht frei sind und Bundesländer wie Bayern oder Baden-Württemberg quasi Vollbeschäftigung haben, habe die hiesige Region beides zu bieten – Gewerbeflächen und verfügbare Arbeitskräfte. Die Agentur für Arbeit wird sich laut Dirk Heyden potenziellen Investoren mit ihrem Service für die Personalgewinnung anbieten. Aber bis es soweit ist, werden noch einige Jahre vergehen. Doch auch jetzt schon gibt es in der Region in einigen Branchen ständig Jobangebote – etwa in der Pflege, im Gesundheitswesen, in der Metall- und der Lebensmittelbranche, in Handwerk und Zeitarbeitsfirmen sowie für Kraftfahrer.


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