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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 16:06 Uhr

Grabow : Fiktiver Einkauf mit Köpfchen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

DRK-Freizeithaus „Blue Sun“ stellt Thema „Armsein“ in Mittelpunkt dreitägigen Projekts der Friedrich-Rohr-Schule

von
erstellt am 13.Mai.2014 | 07:00 Uhr

„Was heißt es eigentlich, „arm“ zu sein?“ Diese und ähnliche Fragen stellten sich 54 Mädchen und Jungen der Regionalschule „Friedrich-Rohr“ an drei Vormittagen im DRK-Freizeithaus „Blue Sun“. Für die im vergangenen Schuljahr begonnene Projektreihe, in der es um den Umgang mit Geld geht, gewannen die Schüler Andrea Schwarberow von der DRK-Schuldnerberatung Hagenow als fachkompetente Gesprächspartnerin.

Zu Beginn erzählte sie der Klassenstufe 6 von ihrer Arbeit in der DRK-Schuldnerberatungsstelle. „Für unsere Projektteilnehmer waren ihre Informationen sehr interessant, zugleich aber auch zum Teil erschreckend“, so Heidi Brüning, Einrichtungsleiterin des „Blue Sun“. Das Aufzählen von Einkommens- und Ausgabenarten bereiteten den Mädchen und Jungen keine Schwierigkeiten. Sogar die Höhe von Löhnen und Gehältern unterschiedlichster Berufsgruppen wurde realistisch geschätzt. Ergebnis: Ein guter Schul- bzw. Ausbildungsabschluss zahlt sich in den meisten Fällen in der monatlichen Lohntüte aus.

Doch was ist Armut? Wo fängt Armut in Deutschland an? Was heißt es, von Hartz IV zu leben? Muss jemand in Deutschland hungern? Steht jedem Kind Taschengeld zu? Und was kann man tun, wenn das Taschengeld verbraucht und der Monat noch lange nicht um ist? Die Antworten auf alle Fragen wurden in der Gesprächsrunde gemeinsam erarbeitet. Danach wurde dann ein fiktiver Einkauf gemacht. Andrea Schwarberow las eine Geschichte vor. In ihr ging es darum, dass sich die Eltern überlegt haben, selbst auf Klassenfahrt zu gehen. Jeweils drei Schüler sollen sich in von den Eltern festgelegten Gruppen übers Wochenende selbst versorgen. Dabei erhielten jeweils zwei Gruppen zehn Euro, zwei Gruppen 20 Euro und zwei Gruppen 50 Euro zur Verfügung. Nach Schreiben eines (Wunsch)-Einkaufszettels ging es mit Einkaufskörben in das durch das „Blue Sun“ vorbereitete „Geschäft“. Petra Jochum und Heidi Brüning sammelten bereits Wochen vor den drei Projektveranstaltungen gemeinsam mit Besuchern des Freizeithauses zahlreiche Verpackungen von Dingen, die man für ein „sturmfreies“ Wochenende gebrauchen könnte. Gemeinsam wurden auch Preisschilder, Artikelbezeichnungen und Geldduplikate angefertigt. Nachdem der Einkauf abgeschlossen war, hatte jede Gruppe die Möglichkeit, sich mit Hilfe eines Fragebogens auf die Präsentation ihres Wochenendeinkaufes vorzubereiten.

Die beiden Gruppen mit dem größten Budget schwärmten von ihren vielen Möglichkeiten, sich das Wochenende sehr angenehm zu gestalten. Ein gemeinsamer Kinobesuch oder aber auch Spiele und Zeitschriften waren neben Lebensmitteln finanziell gut machbar. Eine dieser Gruppen hatte sogar noch einen Restbetrag von 6,72 Euro.

Ganz anders mussten die beiden Gruppen mit jeweils zehn Euro rechnen. Sie benötigten ihr Geld ausschließlich für die drei Mahlzeiten. Dabei blieben manche Wünsche offen, jedoch kamen sie zu dem Ergebnis, dass sie trotz geringem Budget ein schönes Wochenende verbringen können und auf keinen Fall hungern müssten.

 


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