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Ludwigsluster Tageblatt

14. Dezember 2017 | 01:59 Uhr

Ludwigslust : Figurenspiel als Besuchermagnet

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die Geschichte von Prinzessin Louisens Verlobung soll als Dauerveranstaltung im Barockschloss das kulturelle Angebot bereichern

von
erstellt am 18.Sep.2014 | 07:00 Uhr

„Louisens Verlobung. Eine traurige Geschichte“ könnte als Puppenspiel schon bald die Angebotspalette der kulturellen Veranstaltungen im Barockschloss Ludwigslust erweitern. Zumindest ist das die Idee von Dr. Gernot Hempelmann, Vorsitzender des Förderverein Schloss Ludwigslust, und von der Schweriner Puppenspielerin Margit Wischnewski.

Die Premiere des Figurentheaters, das Margit Wischnewski im Rahmen der 8. Ludwigsluster Kunst- und Kulturnacht präsentierte, fand schon bei der ersten Vorstellung eine beachtliche Besucherresonanz. Am Beispiel eines realen Vorfalls am Ludwigsluster Hof war live zu erleben, wie auf der Grundlage der Handlung „Louisens Verlobung. Eine traurige Geschichte aus Ludwigslust“ ein neues Stück konzipiert wird.

Margit Wischnewski zeigte die Palette der möglichen Spielideen, Einführung und Moderation übernahm Gernot Hempelmann. Zur Handlung: Louise Charlotte von Mecklenburg-Schwerin, geboren am 19. November 1779 in Ludwigslust, sollte später einmal den schwedischen Thronfolger heiraten – um so den Frieden zwischen den Ländern zu festigen. Als Gustav IV. 1795 mit 17 Jahren zum König von Schweden gekrönt wurde und es zur Verlobung kam, schickte er einen Diplomaten als Stellvertreter. Die Verlobung passte Katharina der Großen, allgewaltige Zarin im fernen St. Petersburg, absolut nicht. Eine Allianz Schweden-Mecklenburg würde nämlich bedeuten, dass im Ernstfall die russische Flotte in der Ostsee in der Falle saß. Katharina forderte den Schwedenkönig ultimativ auf, die Verlobung mit Ludwigslust rückgängig zu machen und stattdessen ihre Enkelin Alexandra (1783-1801) zu heiraten. Andernfalls: Krieg!


Schwedenkönig Gustav knickte ein


Und Gustav IV. knickte ein. Am 12. September verlobte er sich im Kreis der Zarenfamilie mit der jungen Großfürstin Alexandra. Doch beim Ball im Winterpalais am 22. September gab der Schwedenkönig dann zu verstehen, dass er nicht mehr wolle. Welch ein Eklat! Katharina kriegte vor Wut einen Schlaganfall, das Fest war beendet, und am 17. November 1796 lag die Zarin, nach einem zweiten Schlaganfall, morgens tot im Bett.

Als am 12. Oktober 1796 Louise erfuhr, dass sich ihr Verlobter Gustav IV. mit der Russin Alexandra verlobt hatte, brach sie zusammen und schloss sich tagelang ein, ohne zu essen. Sie wurde dann an einen hilfswilligen (allerdings perversen und brutalen) Verwandten zwangsverheiratet: August von Sachsen-Gotha-Altenburg. Die Unglückliche starb am 4. Januar 1801, nach Geburt einer Tochter, an Magersucht. Prinzessin Louise liegt in Gotha begraben.

Dr. Gernot Hempelmann könnte sich vorstellen, dieses von Margit Wischnewski konzipierte Figurentheater um Prinzessin Louise als Touristenattraktion im restaurierten Goldenen Saal des Schlosses aufzuführen. „Unser Ziel ist es 2016, wenn der Ostflügel des Schlosses eingeweiht wurde, dieses Stück, das ganz unterhaltsam ist, als Rahmenprogramm zu präsentieren“, so der Vorsitzende des Schlossfördervereins. „Das ist eine bessere Sissi-Geschichte, die hier vor Ort spielt, das ist das Reizvolle. Und vielleicht findet sich ja auch eine Laienspieltruppe, die das Stück für Erwachsene zur Aufführung bringt“, sagt Dr. Hempelmann. Puppenspiel für Erwachsene sollte man nicht unterschätzen, da spielt sich vieles im Kopf ab. „Das ist Geschichtsunterricht, wie man ihn besser nicht haben kann, und so mancher Geschichtslehrer könnte feststellen, wie unterhaltsam solcherart Historie sein kann.“

Margit Wischnewski geht sogar von einem Aufführungstermin in 2015 aus, immer von den Aktivitäten zur Schlossrekonstruktion ausgehend. „Bei der Planung der Veranstaltungen waren auch schon Termine für das nächste Jahr im Gespräch. Mir schwebt vor, dieses Stück ausschließlich im Ludwigsluster Schloss zu zeigen, das funktioniert am besten in der Kombination Schlossangebote und Tourismus. Ich hoffe, dass sich diese Veranstaltungen dann langfristig in das Marketingkonzept der Stadt mit einbinden lassen.“

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